Veränderungen der Gewebemikrozirkulation des oberen Sprunggelenks nach Cryocuffanwendung innerhalb von 10 Minuten bei Athleten
 
Knobloch K.1, Lichtenberg A.2, Krämer R.1, Jagodzinski M.1, Gössling T.1, Richter M.1, Zeichen J.1, Krettek C.1
1Medizinische Hochschule Hannover, Unfallchirurgie, Hannover, 2Medizinische Hochschule Hannover, Thorax-, Herz- & Gefäßchirurgie, Hannover
 
Fragestellung: Wie verändert eine Kombination von Kompression und Kälte (AIRCAST CryoCuff) zeitabhängig die Mikrozirkulation des Knöchels in zwei Gewebetiefen?
Methoden: Bei 21 knöchelgesunden Athleten (12 Männer, 29±10 Jahre, BMI 24±3) erfolgte die kontinuierliche Messung der Gewebesauerstoffsättigung (SO2), der relativen postkapillären venösen Füllungsdrücke (rHb) sowie des mikrozirkulatorischen Blutflusses (FLOW) in 2 und 8mm Gewebetiefe über 30 min kontinuierlich mit dem Oxygen-to-See-System, einem kombinierten Laser-Doppler-Spektrophotometriesystem (LEA Medizintechnik, Giessen).
Ergebnisse: Die oberflächliche SO2 des Knöchels (SO2, 48±19%) sank sofort signifikant innerhalb der ersten 2 min (-52%, p<0.05). Die tiefe SO2 (8mm, 69±5%) wurde innerhalb von 30 min nicht signifikant verändert (70±4%, n.s.). Die oberflächliche rHb (61±17 relative units) zeigte einen signifikanten Abfall innerhalb von 4 min auf 37±18 relative units (-39%, p<0.05). Die tiefe rHb (85±20 relative units) fiel innerhalb der ersten 4 min auf 68±19 relative units (-20%, p<0.05). Der oberflächliche FLOW (21±36 relative units) sank signifikant auf 7±5 relative units innerhalb von 10 min (-69%, p<0.05). Der tiefe FLOW in 8mm (63±43 relative units) sank signifikant über 10 min auf 39±23 relative units (-47%, p<0.05).
Schlussfolgerungen: Schon innerhalb der ersten 10 min nach CryoCuff-Applikation treten signifikante Veränderungen der Mikrozirkulation auf. Inwiefern eine intermittierende CryoCuff-Anwendung über jeweils 10 min zur Optimierung der Therapie beitragen kann, wäre in weiteren Studien bei verletzten Patienten zu prüfen.