Clin Res Cardiol 96: Suppl 1 (2007)

P505 - Erste Ergebnisse mit der dreidimensionalen Koronarangiographie
 
R. Köster1, M. Grass2, P. Begemann3, A. Barmeyer1, K. Müllerleile1, S. Baldus1, T. Heitzer1, J. Kaehler1, T. Meinertz1
 
1Klinik und Poliklinik für Kardiologie/Angiologie, Universitäres Herzzentrum Hamburg gGmbH, Hamburg; 2Philips Research Laboratories, Hamburg; 3Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg;
 
Hintergrund: Die konventionelle Koronarangiographie erlaubt einen statischen Blick über mehrere kardiale Zyklen in einer begrenzten Zahl von Projektionen. Dadurch werden Länge und Grad einiger Stenosen unterschätzt. Um diese Limitationen zu reduzieren nutzt die 3 dimensionale (3D) Koronarangiographie eine dynamische Abbildung, bei der sich das Bildakquisitionssystem während der Aufnahme um den Patienten dreht. Ziel dieser Studie war die Prüfung der Sicherheit und Effektivität der 3D-Koronarangiographie.
Methoden: Zweiundzwanzig Stenosen in LAD, RCA und CX wurden mittels 3D-Koronarangiographie evaluiert. Die Koronarangiographie wurde mit Standardkathetern durchgeführt. Zur gleichmässigen Kontrastmittelinjektion wurde eine Injektionspumpe eingesetzt. Die LCA wurde mit 12 ml und die RCA mit 8 ml Kontrastmittel bei einer Injektions- und Rotationsdauer von 4 s jeweils im Isozentrum dargestellt. Die Bildakquisition und -verarbeitung wurde mit einem Philips 3D- Rotationsangiographiesystem und dazugehöriger Bildverarbeitungssoftware durchgeführt.
Ergebnisse: Bei allen Gefässen wurde eine gute Bildqualität mit ausreichender Kontrastmittelfüllung erzielt. Die Filme zeigten eine sequentielle Darstellung des Koronargefässbaumes auf einer longitudinalen Achse mit einer kontinuierlich auf dem Bogen um den Patienten rotierenden Projektion. Das erlaubte bei allen Gefässen eine Rekonstruktion der 3-dimensionalen Anatomie sowie eine Identifikation aller Seitenäste. 100% der Stenosen wurden mit 2D- und 3D-Technik detektiert. Bei allen Stenosen ermöglichte die 3D-Technik eine Darstellung mit bis <3,5% Verkürzung. Die Kontrastmittelmenge war mit 3D-Technik im Vergleich zur konventionellen Angiographie signifikant verringert (LCA: -36%, RCA: -33%, gesamt: -35%). Die Durchleuchtungsdauer während der Kontrastmittelapplikation war im Vergleich zur konventionellen Technik um 11% reduziert (16s vs. 18s). Komplikationen traten nicht auf.
Schlussfolgerungen: Die 3D-Koronarangiographie vermindert Verkürzungseffekte. Damit ermöglicht sie eine geometrisch reale Sicht der Stenosemorphologie, wodurch Stent-Platzierung und -Größenbestimmung in komplexen Läsionen erleichtert werden. Zudem reduziert die Methode Kontrastmitteleinsatz und Durchleuchtungsdauer.
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ft/abstracts/P505.htm