Clin Res Cardiol 96: Suppl 1 (2007)

V106 - Gute Korrelation von rechtsventrikulärer Funktion, Katecholaminpflichtigkeit und intrahospitaler Mortalität mit H-FABP (Heart-type fatty acid-binding protein) bei Patienten mit Lungenembolie
 
A. Boscheri1, C. Wunderlich1, A. Schmeißer1, R. H. Strasser1
 
1Medizinische Klinik II/Kardiologie, Technische Universität Dresden, Herzzentrum Universitätsklinik, Dresden;
 
Einführung: Bei Patienten mit akuter Lungenembolie konnte bisher eine gute Korrelation zwischen erhöhten Troponin-Spiegeln und erhöhter Mortalität gezeigt werden. Jüngste Veröffentlichungen zeigen, dass H-FABP (Heart-type fatty acid-binding protein) ähnlich dem Troponin bei der Diagnostik des akuten Koronarsyndroms mit hoher Sensitivität und Spezifität eingesetzt werden kann. Deshalb war es das Ziel der vorliegenden Untersuchung, neben Troponin- auch H-FABP-Werte bei Patienten mit nachgewiesener Lungenembolie zu bestimmen und diese mit der Mortalität und echokardiographischen rechtsventrikulären Parametern zu vergleichen.
Methoden: 60 konsekutive Patienten mit szintigraphisch oder im CT-Thorax bestätiger Lungenembolie wurden eingeschlossen. Neben Troponin, CK, CK-MB und D-Dimeren wurde bei Ankunft des Patienten in die Notaufnahme sowie 1 Stunde später ein qualitativer ELISA-Test durchgeführt (CardioDetect®med, rennesens, Berlin). Der positive Schwellenwert wurde bei 7 ng/ml festgesetzt. Bei allen Patienten wurde eine Echokardiographie zur Bestimmung der rechtsventrikulären Funktion durchgeführt. Die RV-Funktion wurde visuell, mittels TAPSE (tricuspid annular plain systolic excursion) und mittels Gewebedoppler des lateralen Trikuspikalklappenringes bestimmt.
Ergebnisse: 12 der 60 eingeschlossenen Patienten hatten einen positiven H-FABP-Test. Alle 12 Patienten (100%) hatten eine echokardiographisch mittel- oder hochgradig eingeschränkte RV-Funktion, im Vergleich dazu nur 23 % der negativen Gruppe (p<0,001). Der mittlere TAPSE-Wert betrug 13±5mm in der positiven Gruppe und 21±4 mm in der negativen Gruppe (p<0,05). 11/12 Patienten der positiven Gruppe waren katecholaminpflichtig, 10/12 mussten reanimiert werden; insgesamt betrug die Mortalität während des Krankenhausaufenthaltes 83%. Im Vergleich dazu waren nur 2% der negativen Gruppe katecholaminpflichtig (p<0,001), kein Patient musste reanimiert werden (p<0,001) mit einer Krankenhausmortalität von 0% (p<0,001). Erhöhte Troponin-Werte waren bei allen H-FABP-positiven Patienten zu verzeichnen, jedoch auch in mehr als 30% der negativen Gruppe. Es bestand keine direkte Korrelation zwischen den Troponin-Werten und der Einschränkung der rechtsventrikulären Funktion.
Zusammenfassung: Bei Patienten mit Lungenembolie sind positive H-FABP-Werte im Vergleich zum Troponin ein besserer Prädiktor für höhergradig eingeschränkte RV-Funktion, für die Notwendigkeit von Katecholaminen und Reanimationsbehandlung sowie für  erhöhte Krankenhaussterblichkeit.
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ft/abstracts/V106.htm