Clin Res Cardiol 96: Suppl 1 (2007)

V107 - Troponin-Status bei Patienten mit submassiver Lungenarterienembolie: Vergleich klinischer, angiographischer und hämodynamischer Parameter
 
V. Kurowski1, C. Pätzold1, D. P. Killermann1, M. Müller-Bardorff1, P.W. Radke1
 
1Medizinische Klinik II, Kardiologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck;
 
Einleitung: Die potentiellen Mechanismen eines positiven Troponin (TnT) Status bei Patienten mit submassiver Lungenarterienembolie (LE) sind nicht vollständig geklärt. Ziel der Studie war es, klinische, angiographische und hämodynamische Variablen bei Patienten mit submassiver LE in Abhängigkeit vom TnT Status zu vergleichen.
Methoden: Es wurden insgesamt 96 Patienten mit submassiver LE (definiert durch echokardiographische Zeichen einer Rechtsherzbelastung bei fehlenden Schockzeichen) sowie einem Symptombeginn <24 Stunden in eine prospektive Beobachtungsstudie eingeschlossen. Klinische Charakteristika, echokardiographische Parameter, die Ergebnisse einer Rechtsherzkatheteruntersuchung einschließlich einer Pulmonalisangiographie sowie die 30-Tages Sterblichkeit wurde bei allen Patienten erfasst. Serielle TnT Messungen wurden innerhalb der ersten 72 Stunden nach Aufnahme vorgenommen, der Grenzwert für TnT Positivität betrug 0.1 ng/ml.
Ergebnisse: 55 Patienten (57%) wurden als TnT positiv klassifiziert. Klinisch präsentierten sich TnT-positive Patienten initial signifikant häufiger mit akutem Thoraxschmerz (80% vs. 20%, p<0.01) sowie Synkope (35% vs. 12 %, p=0.01). Ein negativer TnT Test war signifikant mit einem stattgehabten thrombembolischen Ereignis in der Vorgeschichte (LE und/ oder tiefe Beinvenenthrombose) assoziiert (66% vs 15%, p<0.001). TnT positive und TnT negative Patienten unterschieden sich nicht hinsichtlich elektrokardiographischer, hämodynamischer oder angiographischer Variablen (Miller Score). Insgesamt starben 6 Patienten innerhalb der ersten 30 Tage (6.3%). TnT positive Patienten zeigten einen größeren rechtsventrikulären (RV) Diameter (39 vs 36 mm, p=0.06) sowie eine signifikant höhere Sterblichkeit (11% vs. 0%, p=0.04). Ein positiver TnT Test war der einzige Prädiktor des Versterbens in der multivariaten Analyse.
Zusammenfassung: Patienten mit submassiver LE zeigen keine Unterschiede hinsichtlich hämodynamischer oder angiographischer Variablen in Abhängigkeit vom TnT Status. Der plötzliche Thoraxschmerz als Erstmanifestation ist mit einem TnT Anstieg assoziiert und weist möglicherweise auf die akute RV-Distension hin. Eine RV Belastung bei Patienten mit thrombembolischen Ereignissen in der Vorgeschichte führt wahrscheinlich aufgrund einer RV „Präkonditionierung“ nicht zu einem Anstieg des TnT. Ein positives TnT bei Patienten mit submassiver LE identifiziert ein Hochrisikokollektiv.
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ft/abstracts/V107.htm