Clin Res Cardiol 96: Suppl 1 (2007)

V59 - Ergebnisse der konventionellen Aortenklappenchirurgie bei Hochrisikopatienten
 
S. Leontyev1, T. Walther1, S. Lehmann1, A. Rastan1, J. Kempfert1, V. Falk1, F. W. Mohr1
 
1Klinik für Herzchirurgie, Herzzentrum der Universität Leipzig, Leipzig;
 
Einleitung: In Anbetracht katheter-interventioneller Verfahren zur Aortenklappen-implantation sind die Ergebnisse der konventionellen Aortenklappenchirurgie von zunehmender Bedeutung. Ziel dieser Untersuchung ist die Bewertung der Ergebnisse nach Aortenklappenersatz bei Risikopatienten mit einem EuroSCORE (ES)-Punktwert = 9 und einem Alter von =75 Jahren. 
Methodik: Von 10/94 bis 05/06 wurden 774 Patienten mit einem Alter =75 Jahre an der Aortenklappe operiert. Von diesen hatten 408 Patienten einen ES <9 (Gruppe N) und 366 Patienten einen ES = 9 (Hoch Risiko Gruppe - H). Das Patientenalter lag bei 78±3 Jahren (N) und 80 ±4 Jahren(H), p<0,05; 68,1% (N) und 59,6%(H) der Patienten waren weiblich und 93,4% (N) gegenüber 94.8% (H) (p=n.s.) hatten eine überwiegende Aortenklappenstenose. Nach logistischem ES betrug das perioperative Risiko 6% ±1(N) gegenüber 19% ±12 (H), p<0,005. Eine dringliche oder notfallmässige Operationsindikation bestand bei 19,4% (N) gegenüber 40,4% (H) (p<0,05) der Patienten.
Ergebnisse: Bei allen Patienten wurde eine biologische Aortenklappenprothese implantiert. Die In-hospital Mortalität betrug 5,9% (N) gegenüber 11,8% (H), p<0,005.
Je nach Dringlichkeit betrug die Mortalität bei Elektiveingriffen 4,9% (N) gegenüber 6,9% (H), p=n.s.; bei dringlichen Eingriffen 8,7% (N) gegenüber 19,4% (H), p<0,0001; und bei Notfalleingriffen 20% (N) gegenüber 16,7% (H), p=n.s. Postoperativ entwickelten 5,8% (N) und 10,6% (H) (p<0,005) der Patienten eine temporär dialysepflichtige Niereninsuffizienz; bei 4,5% (N) und 8,5% (H) (p<0,02) bestand postoperativ eine neurologische Symptomatik. Die Überlebensrate beträgt nach 5 Jahren 75% (N) und 52% (H), p<0,005; sowie nach 9 Jahren 44% (N) und 31%(G), p<0,05.
Schlussfolgerung: Bei Hochrisikopatienten zeigte sich ein gutes Langzeitergebnis nach konventionellem Aortenklappenersatz. Die In-hospital Mortalität ist durch das präoperative Risikoprofil sowie den relativ hohen Anteil an dringlichen- und Notfalleingriffen zu erklären.
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ft/abstracts/V59.htm