Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P329 - Linksventrikuläre Dyssynchronie durch konventionelle Herzschrittmacher: Präventiver Effekt durch Rechtsschenkelblock im Eigenrhythmus?
 
M. Schmidt1, H. Rittger1, G. Nölker1, H. Marschang1, K.-J. Gutleben1, A. M. Sinha1, G. Ritscher1, J. Brachmann1, M. Block2
 
1II. Medizinische Klinik - Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Klinikum Coburg, Coburg; 2Innere Medizin - Kardiologie, Klinik Augustinum München, München;
 
Hintergrund: Die klassische rechtsventrikuläre Stimulation (RVS) führt zu einem LSB-artigen EKG und hat langfristig einen schädlichen Einfluß auf die EF. Die Studie untersucht den Einfluß der RVS auf die ventrikuläre Dyssynchronie bei Patienten schwer reduzierter EF mit Rechtsschenkelblock (RSB) im Vergleich zu LSB oder ohne Blockbild im Eigenrhythmus.
Methoden: Bei 61 Patienten (43 mit EF ≤ 35%, davon 17 mit QRS ≤ 120ms (KB), 12 mit RSB, 14 mit LSB. Kontrollgruppe (KG): 18 mit EF > 35% ohne QRS-Verbreiterung) mit konventionellem Schrittmacher, die über einen suffizienten Eigenrhythmus (ER) verfügten, wurden die in der CARE-HF-Studie verwandten (doppler-) echokardiographischen Kriterien der Asynchronität (aortale Präejektionszeit (APE), interventrikuläres mechanisches Delay (IVMD) und posteriore Kontraktionsverzögerung (PD) sowie die septal-posteriore Kontraktionsverzögerung (SPWMD) und die linksventrikuläre Druckanstiegssteilheit (LV+dP/dt) unter ER und RVS verglichen.
Ergebnisse: Bei ER waren in den Gruppen KB, RSB und der KG die Werte aller UKG-Marker im Mittel im Normbereich, während in der LSB-Gruppe die SPWMD, PD, LV+dP/dt und grenzwertig die APE im Mittel pathologisch waren. Alle UKG-Marker waren bei ER in der Gruppe ohne Blockbild und der RSB-Gruppe nicht signifikant verschieden, in der LSB-Gruppe waren APE, IVMD und SPWMD gegenüber der Gruppe ohne Blockbild (p=0.001, p=0.02 und p=0.04) und der Gruppe mit RSB (p=0.01, p=0.02 und p=0.001) signifikant verlängert.
Unter RVS fanden sich in der Gruppe ohne Blockbild und der LSB-Gruppe für alle Marker signifikant pathologische Veränderungen gegenüber dem ER. Im Gegensatz dazu waren in der RSB-Gruppe für die SPWMD, LV+dP/dt und APE keine signifikanten Veränderungen gegenüber dem ER trotz Verlängerung der QRS-Breite unter RVS zu verzeichnen. In der KG war nur die APE signifikant (p=0.03) verändert.
94%, bzw. 100% der Patienten aus der Gruppe ohne Blockbild, bzw. mit LSB erfüllten die CARE-HF Kriterien für ventrikuläre Dyssynchronie, während Patienten der Gruppe mit RSB diese nur in 51% unter RVS erfüllten (KG: 16%).
Schlussfolgerung:
  1. Im Gegensatz zu Patienten mit LSB im ER wiesen Patienten mit RSB ähnlich wie Patienten mit normaler QRS-Breite ohne RVS noch keine signifikante ventrikuläre Dyssynchronie auf.

  2. RVS zeigt einen ähnlichen Effekt auf die QRS-Verlängerung bei Patienten mit schwer reduzierter LV-Funktion unabhängig vom Vorhandensein eines Schenkelblockes im ER.

  3. In Patienten mit deutlich reduzierter EF und RVS scheint der RSB einen protektiven Effekt auf die linksventrikuläre Dyssynchronie zu haben trotz ähnlicher QRS-Verbreiterung verglichen mit LSB und RVS.
     


http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P329.htm