Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P332 - Kontrastmittelinduzierte Nephropathie (KIN) nach biventrikulärer SM/ICD-Implantation: Besteht ein erhöhtes Risiko?
 
J. Meyhöfer1, V. Möller2, M. Schöpp3, C. Butter2
 
1und Herzzentrum Brandenburg in Bernau, Ev.-Freikirchliches Krankenhaus, Bernau b. Berlin; 2und Herzzentrum Brandenburg/Kardiologie, Ev.-Freikirchliches Krankenhaus, Bernau b. Berlin; 3und Herzzentrum Brandenburg, Funktionsdiagnostik, Ev.-Freikirchliches Krankenhaus, Bernau b. Berlin;
 
Die kardiale Resynchronisation stellt eine relativ neue Therapie der Herzinsuffizienz dar. Bei der Implantation von CRT oder CRT-D Systemen ist zur Platzierung der linksventrikulären Sonde Kontrastmittelgabe erforderlich, deren Menge u.A. von der vorliegenden CS-Anatomie abhängt.
Als Komorbidität zur Herzinsuffizienz sind Niereninsuffizienz und Diabetes mellitus häufig, diese stellen Risikofaktoren zur Entwicklung einer KIN dar. 
Wir untersuchten retrospektiv 100 Patienten, denen von Januar 2005 bis Mai 2006 ein biventrikuläres System, oder zu einem bestehenden System eine CS -Sonde implantiert wurde. Untersucht wurde der Einfluss von demographischen, klinischen und prozeduralen Parametern auf die Entstehung einer KIN.
Verwendet wurde das nichtionische, monomere Kontrastmittel Iomeprol (Imeron® 300, KM-Menge mean 135 ml, range 20-420).
Ergebnisse: Von den untersuchten Patienten entwickelten 6% eine KIN. Diese unterschieden sich signifikant  in demographischen Parametern nur durch das Alter (66,3 vs. 73,1, p <o,o5), in klinischen Parametern durch IDDM (12% vs 50%, p< o,o5) und  EF (26% vs 36%, p< o,o5). Die GFR (Kreatinin-Clearence) erreichte ein grenzwertiges Signifikanzniveau ( 70,8 vs 52,1 ml/min, p< o,o57).
Als prozeduraler Parameter war die Kontrastmittel-Menge ( 106,4 vs 183,3 ml, p< o,o5 ) signifikant unterschiedlich.
Das Auftreten einer KIN war mit  keiner Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes verbunden.
Schlussfolgerung: In der retrospektiven Analyse von 100 Patienten mit Kontrastmittelexposition im Rahmen einer CS-Sondenimplantation  konnten als Risikofaktoren zur Entwicklung einer KIN das Vorliegen eines IDDM, sowie die applizierte Kontrastmittel-Menge ermittelt werden. Überraschenderweise wiesen die Patienten mit KIN eine signifikant bessere EF auf. Die GFR erwies sich als nur grenzwertig signifikant, nicht signifikant waren Faktoren wie vorbestehende Niereninsuffizienz und NIDDM.
Erfreulich ist die niedrige Inzidenz einer KIN von 6% in einer selektierten Patientengruppe mit Herzinsuffizienz und Komorbidität.
Eine Senkung dieser Inzidenz könnte durch Verminderung der KM-Menge oder deren Konzentration erreicht werden. Ob durch Auswahl des Kontrastmittels die Inzidenz in dieser Patientengruppe weiter gesenkt werden kann bedarf weiterer Untersuchungen.
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P332.htm