Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P336 - Vorhofflimmern bei CRT Patienten: Demographische Daten der in die MASCOT Studie eingeschlossenen Patienten.
 
A. Schuchert1, J. Brachmann2, G. Nölker2, A. Weide3, G. Kaltofen4, R. Ventura5, A. Polauck6, L. Padeletti7
 
1Medizinische Klinik, Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH, Neumünster; 2II. Medizinische Klinik - Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Klinikum Coburg, Coburg; 3Kardiologische Gemeinschaftspraxis, Hannover; 4FÄ für Innere Medizin, Kardiologie, Gemeinschaftspraxis Dr. med. Kaltofen, Dr. med. Schubert, Chemnitz; 5Klinik und Poliklinik für Kardiologie/Angiologie, Universitäres Herzzentrum Hamburg gGmbH, Hamburg; 6St. Jude Medical GmbH, Eschborn; 7Ospedali di Careggi, Servizio di Cardiologia Universitaria, Firenze, Israel;
 
Hintergrund: Das Vorliegen einer Herzinsuffizienz kann das Auftreten von Vorhofflimmern begünstigen und Vorhofflimmern kann zur Progression der Herzinsuffizienz beitragen. Ferner beinträchtigt Vorhofflimmern die korrekte Systemfunktion kardialer Resynchronisationstherapie (CRT) bei Patienten mit fortgeschrittener symptomatischer Herzinsuffizienz und Linksschenkelblock. Die europäische Management of Atrial fibrillation Suppression in AF-HF COmorbidity Therapy (MASCOT) Studie prüft bei CRT Patienten ohne permanentes Vorhofflimmern mit einem prospektiven, multizentrischen, randomisierten, einfach-geblindeten parallelem Studiedesign die Sicherheit und Effektivität des Vorhofüberstimulationsalgorithmus AF Suppression (St. Jude Medical, Sylmar, USA) auf die Verhinderung von Vorhofflimmern.
Methode: In die Studie wurden 406 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 68 +- 10 Jahren, einer LVEF von 25 +- 7% und einer QRS Breite von 164 +- 29 ms eingeschlossen (männlich 79%). NYHA Klasse III haben 85% und eine ischämische Herzerkrankung 49% der Patienten. Der Quality of Life Score (Minnesota Living with Heart Failure) betrug 45 +- 21 Punkte. Einen ACE Inhibitor erhielten 89%, einen Betablocker 74% und ein Diuretikum 95% der Patienten.
77 Patienten (19%) hatten bekannte Episoden von Vorhofflimmern. Diese Patienten waren häufiger im NYHA Klasse IV und haben größere linke Vorhöfe. 53 (68.5%) dieser Patienten entwickelten zuerst eine Herzinsuffizienz und in den folgenden 66 +- 80 Monaten Episoden von Vorhofflimmern. Die restlichen 31.5% entwickelten zuerst Episoden von Vorhofflimmern, gefolgt von einer Herzinsuffizienz innerhalb von 39 +- 44 Monaten. 396 der eingeschlossenen Patienten wurden erfolgreich implantiert (95% Implantationserfolg) und erhielten entweder einen CRT-Schrittmacher (43%) oder einen CRT-Defibrillator (57%). 389 Patienten wurden bei Krankenhausentlassung auf AF Suppression eingeschaltet (n=194) oder ausgeschaltet (n=195) randomisiert und befinden sich in der Nachkontrolle.
Schlussfolgerung: Die klinischen Befunde zeigen, dass die die MASCOT Studie eingeschlossenen Patienten eine fortgeschrittene symptomatische systolische Herzinsuffizienz und akzeptierte Kriterien zur Implantation eines CRT-Systems hatten, die denen anderer CRT-Studien entsprechen, wobei der Implantationserfolg mit 95% hoch ist. Vorhofflimmern ist eine häufige Begleiterkrankung dieser Patienten, wobei auch diese Patienten ein CRT-System erhalten haben. Die Patienten werden über 2 Jahre nachkontrolliert, um die Sicherheit und Effektivität des AF Suppression Algorithmus, bezüglich der Verhinderung von neu auftretendem oder permanentem Vorhofflimmern bei diesem Patientenkollektiv nachzuweisen.
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P336.htm