Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P338 - Die Bedeutung der hämodynamischen Verbesserung durch die av- und vv- Zeit Optimierung in der CRT Therapie: Vom Non-Responder zum Responder.
 
A. Kloppe1, B. Kaup1, D. Mijic1, M. Zarse1, B. Lemke1
 
1Innere Medizin III / Kardiologie und Angiologie, Märkische Kliniken GmbH, Klinikum Lüdenscheid, Lüdenscheid;
 
Hintergrund: Die biventrikuläre Stimulation hat in der Therapie der schweren Herzinsuffizienz bei Patienten mit Linksschenkelblock zur Verbesserung der linksventrikulären Funktion und Verminderung der Asynchronie geführt.
In dieser Studie wurde eine Systemoptimierung zur Steigerung der  Kontraktilität mit Hilfe einer intraventrikulären beat to beat Analyse der linksventrikulären Druckanstiegs-geschwindigkeit (dp/dt) untersucht.
Dabei wurde speziell der hämodynamische Effekt optimierter  AV-und VV-Zeiten bei Patienten untersucht, die primär als non-responder galten.
Methode: Es wurden 18 Patienten im mittleren Alter von 65 ± 8 Jahren eingeschlossen. Alle waren im NYHA Stadium III u. IV. Dabei wurden zwei Gruppen gebildet. Zum einen Patienten mit einem LSB ≥150 ms, sowie Patienten mit einem LSB zwischen 120 und 150 ms. In der ersten Gruppe waren 7 Patienten (5 KHK, 2 DCM) mit einer ORS-Breite von 134± 9 ms und einer mittleren EF von 23,25 ± 4,6 %, in der zweiten Gruppe waren 11 Patienten (9 KHK, 6 DCM) mit einer ORS-Breite von 179± 17 ms und einer mittleren EF von 24,38 ± 6,2 %.
Nach Implantation eines Medtronic CRT-ICD erfolgte die Positionierung eines Pessure Wire 5 F(0,014“) der Firma RADI mittels eines 5,2 F Multi-purpose Diagnostik-Katheter über die Art. femoralis in den linken Ventrikel. Die Messung des intraventrikulären Druckes und Berechnung der linksventrikulären Druckanstiegsgeschwindigkeit (dp/dt) erfolgte mit Hilfe einer online Auswertesoftware.  Als Standard Grundeinstellung wurde eine AV- Zeit von 120 ms und eine VV Zeit von 0 ms gewählt. Es wurde dann ein randomisiertes Protokoll durchgeführt zur Messung der dp/dt  während verschiedener AV Intervalle (80, 120, 160, 200, 240 ms) bei einem VV Intervall von 0 ms, sowie bei verschiedenen VV Intervallen (RV vor LV 20 ms, RV - LV 0 ms, LV vor RV 20 ms, LV vor RV 40 ms) bei einem fixen AV Intervall von 120 ms. Außerdem wurde gleichzeitig für verschiedene AV- und VV -Intervalle die LV dP/dt bestimmt. Verglichen wurde der hämodynamische Effekt mit den Werten für die intrinsische Überleitung. Als responder wurden Patienten mit einer LV dp/dt Steigerung ≥  10 % definiert.
Ergebnisse: In der Gruppe LSB < 150 ms zeigte sich unter standard biventrikulärer Stimulation  eine Kontraktilitätssteigerung von 1,72 ± 8% (non-responder). Auch unter reiner av Zeit Optimierung stieg der LV dp/dt nur um 7,38 ± 6% an (non-responder), bei reiner VV optimierung waren es 6,8± 7%
(non-responder), nur unter optimierter av und vv Zeit wurde die LV dp/dt um 12,91 ± 7% gesteigert (p= 0,03; responder). In der Gruppe LSB ≥150 ms wurde die Kontraktilität schon unter standard biventrikulärer Stimuation um 13,8 ± 10% gesteigert (p=0,04, responder). Unter reiner av Optimierung konnte dies auf 18,8 ± 11%, bei VV Optimierung auf 19,8± 12% gesteigert werden und unter optimierter av und vv Zeit auf 24,3 ± 15% verbessert werden (p=0,03, responder).
Schlussfolgerung: Der hämodynamische Gewinn der av und vv Zeit Optimierung zeigt sich bei allen Patienten, jedoch ist die Bedeutung bei Patienten mit moderat verbreitertem QRS Komplex (LSB zwischen 120 und 150 ms) am größten, da hier die überwiegende Anzahl von non-respondern zu finden ist.

 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P338.htm