Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P339 - Einfluß der Stimulationspolarität von Koronarsinuselektroden auf die Häufigkeit von Phrenicusstimulation (PNS) bei Patienten mit CRT Systemen
 
M. Seifert1, K. Brilla1, P. Flach1, M. Neuss1, H.-H. Minden1, C. Butter1
 
1und Herzzentrum Brandenburg/Kardiologie, Ev.-Freikirchliches Krankenhaus, Bernau b. Berlin;
 
Einleitung: Die unterschiedliche Stimulationspolarität der linksventrikulären Koronarsinuselektrode bietet neben der Reduktion der Stimulationsenergie die Möglichkeit klinisch limitierende Phrenicusstimulation ohne invasive Sondenkorrektur zu vermeiden. Dies ist einerseits abhängig von der verwendeten Elektrode bzw. verschiedenen Programmieroptionen sowie von der anatomischen Lage und der daraus resultierenden Reizschwelle der LV-Elektrode.
Methoden: Wir untersuchten 100 konsekutive Patienten (68,6±8,9 Jahre; 45 DCM, 55 KHK; LVEF 25,8±6,8%; QRS 159,7±19,8ms; 8 unipolare, 92 bipolar LV Elektroden; 97 posterolaterale und 3 anterolaterale Koronarsinusvenen; 44 mid/basale und 56 mid/apikale Positionen) mit CRT Systemen (38xInsync® Serie - Medtronic, 24xRenewal® Serie - Guidant, 37xEpic® HF Serie -  SJM, 1 Lumax-Biotronic) in unserer ICD- bzw. Schrittmacherambulanz. Dabei wurde neben der klinischen  Häufigkeit von PNS durch Befragung der Patienten jeweils die Reizschwelle und Phrenicusschwelle der LV-Elektrode unter den Konfigurationen LV Spitze gegen RV Wendel (LVsp/RVw), LV Spitze gegen LV Ring (LVsp/LVri) sowie LV Ring gegen RV Wendel (LVri/RVw) bei einer Impulsbreite von 1,0 ms in Rückenlage und Seitenlage bestimmt bestimmt. 
Ergebnisse:  Es zeigten sich signifikante Unterschiede in der Phrenicusschwelle zwischen LVsp/RVw (3,33±1,7 V) und LVsp/LVri (3,90±1,6 V) [p=0,001] sowie LVri/RVw (3,71±1,3 V) [p=0,034]. Weiterhin konnte eine höhere Differenz zwischen Reiz- und Phrenicusschwelle für LVsp/LVri (2,70±1,7 V) versus LVsp/RVw (2,10±1,7 V) [p=0,001] gemessen werden. Die Höhe der LV-Reizschwellen war für LVsp/RVw signifikant kleiner als für LVsp/LVri (1,2±0,9 versus 1,3±0,9V) [p=0,044]. Die 24 LVri/RVw Konfigurationen zeigten eine signifikant höhere PNS Schwelle als die LVsp/RVw Konfiguration (3,71±1,3 versus 3,33±1,7V) [p=0,034]. Allerdings konnte nur in 4 der 24 (16%) Fälle die LVri/RVw Konfiguration eine höhere Differenz gegenüber der LVsp/LVri Konfiguration gemessen werden.
Zusammenfassung: Die Stimulationskonfiguration LVsp/LVri ist der Konfiguration LVsp/RVw bezüglich Phrenicusstimulation überlegen. Wann immer technisch machbar, sollten bipolare LV Elektroden verwendet werden. In 16% der Fälle könnte die LVri/RVw Konfiguration eine weitere Option zur Erhöhung der PNS Schwelle sein.

Impulsbreite
1 ms
LV Spitze/RV Wendel
N=100 (V)
LV Spitze/LV Ring
N=92 (V)
p=
(t Test)
LV Ring/RV Wendel
N=24 (V)
p=
(t Test)
Reizschwellen 1,20±0,9 1,30±0,9 0,044 1,27±0,9 0,91
Phrenicus
Stimulation
3,33±1,7 3,90±1,6 0,001 3,71±1,3 0,034
Differenz 2,10±1,7 2,70±1,7 0,001 2,45±1,3 0,38
 
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P339.htm