Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P350 - Sexualität und Familienplanung von Patientinnen mit angeborenen Herzfehlern.
 
M. Vigl1, U. Bauer1, E. Niggemeyer1, N. Nagdyman2, J. Rattenhuber3, V. Seifert-Klauss3, K.-T. Schneider4, V. Trigas5, H. Kaemmerer5
 
1Kompetenznetz Angeborene Herzfehler, Deutsches Herzzentrum Berlin, Berlin; 2Klinik f. angeb. Herzfehler/Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum Berlin, Berlin; 3Frauenklinik, Klinikum rechts der Isar der TU München, München; 4Abt. Perinatalmedizin, Klinikum rechts der Isar der TU München, München; 5Klinik f. Kinderkardiologie u. angeborene Herzfehler, Deutsches Herzzentrum München, München;
 
Hintergrund: Sexualität und Familienplanung sind ein zentrales Thema im Leben von Frauen mit angeborenen Herzfehlern (AHF).
Methodik: An zwei großen Zentren für Erwachsenen mit AHF wurde ein Fragebogen an 261 Frauen (Altersmedian 29 Jahre) verteilt.
Ergebnisse: Patientinnen mit zyanotischen AHF erlebten die Menarche signifikant später als azyanotische Patientinnen (14,4 vs. 13,1 Jahre). 79% aller Patientinnen mit AHF berichteten von Menstruationsbeschwerden, 28% nahmen deswegen medizinische Behandlung in Anspruch. 8% klagten über verstärkte oder veränderte Herzbeschwerden während der Menstruation. Diese Rate steigt bei zyanotischen AHF bzw. in der Funktionsklasse III/IV signifikant an (15% bzw. 27%). Der erste Geschlechtsverkehr fand durchschnittlich im Alter von 17 Jahren statt. 37% der Frauen haben von ihrem Arzt keine Information zu Möglichkeiten und Risiken verschiedener Kontrazeptiva erhalten. 7% wurden trotz Anwendung einer Verhütungsmethode schwanger. 12% gaben an, dass sie ihr Sexualleben nicht voll ausleben können. In den Funktionsklassen III/IV stieg dieser Wert auf 43%. 11% klagten über körperliche Beschwerden in Zusammenhang mit ihrem Herzfehler vor, während oder nach dem Geschlechtsverkehr. In den Funktionsklassen III/IV waren es 33% der Frauen.
Schlussfolgerungen: Der Einfluss des Herzfehlers auf die verschiedenen Bereiche der sexuellen Gesundheit wird zurzeit bei der Patientinnenberatung vielfach unzureichend berücksichtigt. Diese Themenbereiche müssen aktiv in die Betreuung dieser Patientengruppe aufgenommen werden.
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P350.htm