Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P351 - Schwangerschaftsverlauf nach Vorhofumkehr-Operation bei Transposition der großen Gefäße
 
V. Trigas1, U. Bauer2, E. Oechselin3, N. Nagdyman2, J. Rattenhuber4, V. Seifert-Klauss4, K.-T. Schneider4, H. Stern1, F. Berger5, J. Hess1, H. Kaemmerer1
 
1Klinik f. Kinderkardiologie u. angeborene Herzfehler, Deutsches Herzzentrum München, München; 2Kompetenznetz Angeborene Herzfehler, Deutsches Herzzentrum Berlin, Berlin; 3Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz; 4Frauenklinik, Klinikum rechts der Isar der TU München, München; 5Klinik f. angeb. Herzfehler/Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum Berlin, Berlin;
 
Hintergrund: Durch verbesserte Behandlungs- und Operationsmöglichkeiten hat in den letzten Jahren die Zahl der Frauen, die mit einem angeborenen Herzfehler das gebärfähige Alter erreichen, sprunghaft zugenommen. Die vorliegende Studie erfaßt den Verlauf der Schwangerschaft (SS) nach Vorhofumkehr-Operation (VHU) bei Transposition der großen Gefäße (TGA).
Methodik: Insgesamt wurden 56 SS bei 32 Frauen (Pat.) erfaßt. Das Patientenalter lag zwischen 16 und 33 (median: 25) Jahren. Vor der ersten SS waren alle Frauen in einer niedrigen Funktionsklasse (FK): FK I = 27; FK II = 5.
Das Intervall zwischen VHU und erster SS betrug im Median 23 Jahre (range: 14-28Jahre), das Intervall zwischen erster SS und letzter postpartaler Kontrolle im Median 4,3 Jahre (range: 0,5-12,4 Jahre).
Ergebnisse: Insgesamt kam es zu 15 Aborten, davon waren 11 spontan. Eine Abruptio erfolgte drei Mal aus medizinischen, einmal aus sozialen Gründen.
In 10 Fällen kam es zu einer Frühgeburt (<37 SS-Woche).
Bei 41 ausgetragenen SS erfolgte die Entbindung in 14 Fällen spontan, viermal vaginal operativ und in 23 Fällen per sectio. Unter der Entbindung kam es in 2 Fällen zu einer Reanimationssituation!
11 Kinder hatten ein Geburtsgewicht < 2500 g.
Eine Verschlechterung der FK während der SS trat bei 7 Pat. (22%) auf. Nach der letzten SS befanden sich noch 21 in FK I, 8 in FK II und 2 in FK III; eine Patientin ist verstorben. In 5 Fällen ist es im weiteren Verlauf zu keiner restitutio gekommen.
Echokardiographisch verschlechterte sich die systolische Funktion des morphologisch rechten Systemventrikels in 3 von 44 Schwangerschaften. In 2 dieser Fälle hat sich die Ventrikelfunktion im Verlauf nicht wieder erholt.
Schlussfolgerungen: Das mütterliche und kindliche Risiko bei TGA nach VU ist erheblich. Dies macht es erforderlich, betroffene Pat. schon frühzeitig über potentielle SS-Risiken aufzuklären. Es ist zwingend notwendig, den SS-Verlauf engmaschig durch Kardiologen und Geburtshelfern kontrollieren zu lassen, die über spezielle Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügen und sich mit der Haemodynamik der zugrundeliegenden Erkrankung auskennen.
 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P351.htm