Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P352 - Gewebedoppler-Echokardiographie: Ein neues Verfahren zur echokardiographischen Differenzierung zwischen physiologischer und pathologischer Linksherzhypertrophie bei Leistungssportlern (Triathleten)
 
M. Hoffmeister1, T. Butz2, F. van Buuren2, A. Treusch2, A. Fründ3, C. Langer2, O. Oldenburg2, L. Faber2, K.-P. Mellwig2, D. Horstkotte2
 
1Abteilung Sportwissenschaft, Universität Bielefeld, Bielefeld; 2Kardiologische Klinik, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen; 3Abt. Physiotherapie, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen;
 
 Einleitung: Als Instrument zur echokardiographischen Differenzierung zwischen physiologischen und pathologischen Formen der Linksherzhypertrophie (LVH) bei Hochleitungssportlern wurde die Gewebedoppler-Echokardiographie (TDI) vorgeschlagen. Als Hinweis für das Vorliegen einer pathologischen LVH (z.B. Hypertrophe Kardiomyopathie) wurde für die frühdiastolischen Geschwindigkeit E´ ein Grenzwert von <14 cm/s für den lateralen Mitralannulus (MA) und <13 cm/s für den septalen MA, sowie für die systolischen Geschwindigkeiten S´ des MA ein Grenzwert von > 9 cm/s ermittelt.
Methoden: Wir untersuchten die systolischen und frühdiastolischen Geschwindigkeiten des MA und das transmitrale Einstomprofil bei 12 konsekutiven Hochleistungssportlern der Triathlon-Bundesliga, die im Rahmen der routinemäßigen Leistungsdiagnostik vorgestellt wurden.
Ergebnisse: Die 12 Leistungssportler (SP) wiesen eine spiroergometrisch bestimmte mittlere maximale Sauerstoffaufnahme (VO2) von 58±9 ml/kg/min auf. Eine klinisch relevante strukturelle Herzerkrankung lag bei keinem SP vor. Der mittlere LVEDD betrug 51±5 cm/m2, die mittlere enddiastolische Dicke des Septum (IVS) 10±1 mm, wobei sich bei keinem SP ein IVSD >12 mm fand. 5 der 12 SP (42%) wiesen formal ein restriktives Füllungsmuster des transmitralen Einstromprofils (E/A-Ratio >2) auf.
Die mittlere frühdiastolische Geschwindigkeit des MA (E`) lag im Bereich des lateralen MA bei 18,1±4,9 cm/s und im Bereich des septalen MA bei 14,4±2,6 cm/s. Eine frühdiastolische Geschwindigkeit E´ <14 cm/s des lateralen MA fand sich bei 2 der 12 SP (17 %), ein E´ <13 cm/s des septalen MA bei ebenfalls 2 SP. Die mittlere systolische Geschwindigkeit des MA (S`) betrug im Bereich des lateralen MA 10,6±1,8 cm/s und im Bereich des septalen MA 9,4±0,7 cm/s. Eine systolische Geschwindigkeit S´ < 9 cm/s des lateralen MA fanden wir bei 2 der 12 SP (17 %), ein S´ <9 cm/s des septalen MA fand sich bei einem der 12 SP.
Schlussfolgerung: Für die in manchen Fällen äußerst schwierige Differenzierung zwischen physiologischen und pathologischen Formen der Linksherzhypertrophie bei Hochleistungssportlern kann möglicherweise die Gewebedoppler-Analyse der systolischen und frühdiastolischen Geschwindigkeiten des Mitralannulus herangezogen werden. Die Gewebedoppler-Analyse sollte daher fester Bestandteil der echokardiographischen Untersuchung bei (Leistungs-)Sportlern sein.
 

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