Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P355 - Auswirkungen von Übergewicht auf Änderungen der linksventrikulären Geometrie - Eine longitudinale populationsbasierte Untersuchung im Rahmen des KORA-Projektes
 
J. Stritzke1, M. R. P. Markus1, W. Lieb1, A. Luchner2, A. Döring3, U. Keil4, H.W. Hense4, H. Schunkert1 beteiligte Studiengruppe Kompetenznetz Herzinsuffizienz
 
1Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck; 2Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg; 3Institut für Epidemiologie, GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg; 4Institut f. Epidemiologie u. Sozialmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster;
 
Hintergrund: Bis zu 13% aller klinischen Fälle mit Herzinsuffizienz lassen sich auf Übergewicht oder die damit verknüpften Folgeerkrankungen zurückführen. Im Rahmen dieser Studie wurden die Auswirkungen von Präadipositas und Adipositas auf Änderungen der linksventrikulären Geometrie im Verlauf von 10 Jahren untersucht.
Methoden: Insgesamt 1676 Probanden (Alter 25 bis 74 Jahre) wurden in den Jahren 1994/95 im Rahmen des MONICA/KORA-Projektes echokardiographisch untersucht. 10 Jahre später konnten 1005 Probanden erneut für eine Untersuchung gewonnen werden. Die relativen Änderungen der Wanddicke (WD), des linksventrikulären enddiastolischen Diameters (LVEDD) und der linksventrikulären Masse (LVM) wurden getrennt für zur Zeit der Basisuntersuchung normalgewichtige (BMI < 25kg/m²), präadipöse (BMI > 25 kg/m² und < 30 kg/m²) und adipöse (BMI > 30 kg/m²) Probanden mittels multivariater Verfahren ermittelt.
Ergebnisse: Im Vergleich zu normalgewichtigen (NG) Probanden wiesen präadipöse (präAD) und adipöse (AD) Probanden eine signifikant höhere Zunahme der WD (NG: +5,4% [CI-95% 3,9; 6,9]; präAD: +7,8% [6,5; 9,1], p=0,019; AD: +10,1% [7,6;12,6], p=0,002) und der LVM (+7,5% [5,4;9,6] vs. +10,6% [8,7; 12,4], p=0,040; vs. +13,9% [10,2;17,5], p=0,005) im Verlauf von 10 Jahren auf. Bei den adipösen Probanden konnte darüber hinaus eine hoch signifikante Zunahme des LVEDDs  (NG: -0,5% [-1,3;0,3]; präAD: +0,4% [-0,4; 1,1], p=0,143; AD:+2,7% [1,4;4,1], p<0,001) nachwiesen werden. Im Vergleich zu den Normalgewichtigen war in dieser Gruppe das Risiko für ein exzentrisches Remodeling (hier Zunahme des LVEDD) deutlich erhöht (präAD: OR 1,4 [1,0; 1,9], p=0,062; AD: OR 1,7 [1,1; 2,7], p=0,023).
Schlussfolgerungen: Sowohl Präadipositas als auch Adipositas führen zu einer verstärkten Zunahme der Wanddicke und der linksventrikulären Masse und folglich zu einer Beschleunigung kardialer Alterungsprozesse. Darüber hinaus führt die bereits in vorangegangenen Studien nachgewiesene zunehmende Volumenbelastung bei adipösen Probanden zu einem exzentrischen kardialen Remodeling.

 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P355.htm