Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P360 - Koronarspasmus nach SES-Implantation-mögliche Ursache für späte Stentthrombosen?
 
N. Bayer1, S. Schuster2
 
1St. Antonius-Hospital, Kleve; 2Medizinische Klinik II - Kardiologie, St.-Antonius-Hospital Kleve, Kleve;
 
Anamnese: Eine 59-jährige Patientin mit bekannter koronarer Eingefäßerkrankung wurde mit erneuter instabiler Angina pectoris BW IIIb nach Implantation eines Sirolimus-freisetzenden Stents aufgenommen. Der Stent war bei stabiler Angina-pectoris-Symptomatik 6 Monate zuvor in den proximalen Ramus interventrikularis anterior implantiert worden. Eine Woche vor der erneuten stationären Aufnahme war die Clopidogreltherapie abgesetzt worden. Bei der Patientin bestand eine therapierte Hypercholesterinämie sowie eine arterielle Hypertonie mit aktuell normotensiven Werten.
Befunde: Im Ruhe-EKG fanden keine ischämietypischen Veränderungen, laborchemisch unauffälliger Befund, echocardiogrphisch zeigte sich eine gute linksventrikuläre Funktion. Koronarangiographisch zeigte sich die bekannte Eingefäßerkrankung ohne Zeichen einer Restenosierung im Bereich des SES. In der proximalen Peristent-Region ließ sich jedoch initial eine ca. 80% Stenosierung des RIVA darstellen. Nach intrakoronarer Gabe von Nitro zeigte sich angiographisch noch eine ca. 25% Reststenosierung in diesem Bereich.
Therapie: Die Patientin wurde auf 60mg Nitro zweimal täglich eingestellt und ist seitdem beschwerdefrei.
Diskussion: Sirolimus scheint eine Endotheldysfunktion schon in Ruhe im Bereich der Koronararterien auszulösen, die zu angiographisch darstellbaren Spasmen führt. Durch Änderung des Blutstromprofiles können so möglicherweise späte Stentthrombosen bei SES induziert werden.
 

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