Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P365 - Erhöhte Expression von Koagulations- und Inflammationsmarkern bei Patienten mit primärem Kammerflimmern im Rahmen eines akuten Myokardinfarktes
 
E. Elmas1, T. Popp1, S. Lang1, T. Kälsch1, T. Süselbeck1, C. Wolpert1, M. Brückmann1, C. E. Dempfle1, M. Borggrefe1
 
1I. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Mannheim, Mannheim;
 
Hintergrund: Der plötzliche Herztod (PHT) wird durch Kammerflimmern (KF) im Rahmen eines Myokardinfarktes (MI) hervorgerufen. Bei einem Großteil der Infarktpatienten ist das KF die Erstmanifestation einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Eine Hochregulierung von Gerinnungs- und Inflammationsmediatoren trägt zur Entstehung der myokardialen Ischämie bei. Eine potentielle Rolle dieser Marker als Risikofaktoren für die Entstehung des primären Kammerflimmerns bei akutem MI ist bisher nicht untersucht.
Methoden:  Wir rekrutierten prospektiv 56 Patienten in der Akutphase eines ST-Elevations-Myokardinfaktes (STEMI). 28 Patienten hatten KF im Rahmen des STEMI vor Revaskularisierung, während bei den übrigen 28 Patienten keine ischämie-assoziierte ventrikuläre Arrhythmie auftrat. Es erfolgten Blutentnahmen aus einer peripheren Armvene zu drei aufeinanderfolgenden Zeitpunkten: t1=innerhalb von 24h nach Symptombeginn, t2=2-7 Tage nach Infarkt, t3=innerhalb 1 Jahres nach MI. Folgende Parameter wurden gemessen: Thrombin-Antithrombin-Komplex (TAT), D-Dimer (DD), Fibrinopeptid A (FPA), Plasmin-Antiplasmin-Komplex (PAP), Fibrinogen (Fib), Fibrinmonomere (FM), Interleukin-8 (IL-8), Monocyte-Chemoattractant Protein-1 (MCP 1).
Ergebnisse: Zum Zeitpunkt t1 waren TAT (Median, Min-Max.) (9.4 mg/L, 1.07-164 mg/L versus 2.7 mg/L, 0.0-55 mg/L; p<0.001), DD (2.89 mg/mL, 0.1-12.4 mg/mL versus 0.22mg/mL, 0.06-8.6 mg/mL; p<0.001), PAP (1013 mg/L, 170-7733 mg/L versus 294 mg/L, 167-2232 mg/L; p<0.001), FM (32.6 mg/mL, 1.1-311 mg/mL versus 1.6 mg/mL, 0.4-71 mg/mL; p=0.001) IL-8 (11.7 pg/mL, 2.4-193 pg/mL versus 2.6 pg/mL, 0.3-23.5 pg/mL; p<0.001) und MCP-1 (249 pg/mL, 45.8-2764 pg/mL versus 102 pg/mL, 33-526 pg/mL; p=0.03) bei Patienten mit KF signifikant höher als in der Kontrollgruppe. Zum Zeitpunkt t2  waren in der Gruppe mit KF IL-8 (p=0.003), DD (p<0.001) und TAT (p=0.003) signifikant höher als in der Gruppe ohne KF, wohingegen zum Zeitpunkt t3  keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen zu verzeichnen waren.
Zusammenfassung:
Patienten mit KF im Rahmen eines akuten MI weisen zum Zeitpunkt des Infarktes höhere Spiegel von Inflammations- und Gerinnungsmarkern auf. Somit dürften proinflammatorische und prokoagulatorische Prozesse für das Auftreten von KF eine Rolle spielen.

 

http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P365.htm