Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P376 - Mitralklappenrekonstruktion bei älteren Patienten mit vorbestehenden einsgeschränkten linksventrikulären Funktion
 
A. Chrustowicz1, G. Simonis1, R. H. Strasser1
 
1Medizinische Klinik/Kardiologie u. Intensivmedizin, Technische Universität Dresden, Herzzentrum Dresden Universitätsklinik, Dresden;
 
Hintergrund: Die eingeschränkte linksventrikuläre Pumpfunktion (LVF) ist häufig mit einer hämodynamisch relevanten Mitralinsuffizienz  assoziiert. Ob die Mitralklappenrekonstruktion (MKR) das Patientenüberleben günstig beeinflusst, ist nicht eindeutig geklärt. Insbesondere ältere Patienten haben ein höheres perioperatives Risiko. Die langfristige postoperative Ergebnisseder MKR wurden bislang nicht analysiert.
Methode: In einer retrospektiven, unizentrischen Analyse wurden die perioperative Mortalität und das langfristige Patientenüberleben nach elektiver MKR bei Patienten über 65 Jahren und mit höhergradig eingeschränkter LV-Funktion ermittelt.
59 konsekutive Patienten gingen in die Analyse ein. Das mittlere Alter (±SD) war 71.7±4.1 Jahre, 66% der Patienten waren Männer, das präoperatives NYHA-Stadium war 2,7±0,5, die LV-EF betrug   32.7±5.7, Vorhofflimmern lag bei 49%  präoperativ vor und bei 39% der Patienten bestand eine ischämische Kardiomyopathie als Grunderkrankung.
Ergebnisse: Die perioperative Mortalität war 1.7% (1 Patient). Die Ein- und Drei-Jahres-Überlebensraten waren 79% und 64%. 17 Patienten (27.4%) sind in eine Nachbeobachtungszeit von im Median 449 Tagen verstorben. Im Vergleich dazu zeigen Daten aus der Literatur, dass bei vergleichbaren nicht-selektierten, nicht operierte Patienten die Ein- und Drei-Jahresüberlebensraten bei 70% und 50% liegen (Am j Cardiol 2003; 91:538-543).
Eine Reintervention war bei einem Patient notwendig. Die multivariate Cox-Analyse zeigte dass die wichtigsten Prädiktoren für das Überleben der Patienten Alter (hazard ratio HR=1.25, p=0.03), eine ischämische Genese der Kardiomyopathie (hazard ratio HR=3.5, p=0.01) und der rechtsventrikuläre end-diastolyschen Diameter über 30 mm (hazard ratio HR=3.9, p=0.01) waren.


Kaplan-Meier Überlebensraten der Patienten nach MKR
 

Schlussfolgerung: Die Mitralklappenrekonstruktion bei älteren Patienten kann mit einer niedrigen perioperativen Mortalität durchgeführt werden. Ein Alter über 65 Jahre allein stellt keine Kontraindikation für die Operation dar. Die Langzeitergebnisse sind mit denen von nicht operierten Patienten zumindest vergleichbar. Alter, ischämische Genese der Kardiomyopathie und der rechtsventrikuläre end-diastolyschen Diameter sind signifikante Prädiktoren für das Überleben nach MKR.
 


http://www.abstractserver.de/dgk2007/ht/abstracts/P376.htm