Clin Res Cardiol 96:Suppl 2 (2007)

P378 - Kompletter Verschluss eines aus 4 Einzeldefekten bestehenden Vorhofseptumdefektes (ASD) mit einem einzigen Amplatzer Occluder nach vorheriger 3 D Analyse der individuellen ASD Anatomie.
 
K. Kronberg1, R. Motz2, G. H. Reil1
 
1Klinik für Kardiologie, Klinikum Oldenburg gGmbH, Oldenburg; 2Kinderkardiologie, Klinikum Oldenburg gGmbH, Oldenburg;
 
Anamnese: Bei einem 12 jährigen Jungen war eine Belastungsdyspnoe beim Schulsport aufgefallen. Aus der Vorgeschichte sind keine ernsthaften Erkrankungen bekannt.
Befund: Bei der körperlichen Untersuchung fiel ein weit gespaltener zweiter Herzton auf. Im EKG zeigte sich ein Rechtsschenkelblock mit Zeichen der rechtsventrikulären Hypertrophie. In der echokardiographischen Untersuchung wurde ein Vorhofseptumdefekt (ASD) bei Vorhofseptumaneurysma mit deutlichem Links-Rechts Shunt dargestellt. Es zeigte sich mindestens eine Septierung im Bereich des ASD. Zur genauen Analyse der ASD Anatomie wurde eine 3 D Darstellung des Defektes vorgenommen (Philips IR 33). Es zeigte sich ein mittig gelegener großer Defekt mit einem zweiten, cranial gelegenen Defekt. Im caudalen Bereich kurz vor Einmündung des Koronarsinus fanden sich 2 weitere kleine Defekte. Insgesamt lag also eine Kette von 4 Defekten vor.  Unter der Vorstellung eines kompletten Verschlusses aller Defekte mit einem einzigen, mittig plazierten Amplatzer Occluder erfolgte die Herzkatheter-Untersuchung.
Intervention: Der zunächst durchgeführte Rechtsherzkatheter zeigte normale Drücke im kleinen Kreislauf und eine Links-Rechts Shunt von 67 %. In Intubatiosnarkose wurde dann eine TEE Untersuchung angeschlossen, in der sich noch einmal die 4 Einzeldefekte verifiziert ließen. Es erfogte dann die Sondierung des linken Vorhofs mit einem Multipurpose Katheter und einem Standarddraht. Bereits echokardiographisch bestand der Verdacht einer Sondierung des cranialen Defektes. Im Ballonsizing bestätigte sich dies, es ließ sich der 7 mm große craniale Defekt darstellen. Zur gezielten Sondierung des mittleren Defektes wurde dann ein rechtskoronarer Diagnostik-Katheter mit dem Standarddraht eingesetzt, mit dem die geplante Sondierung des mittleren Defektes auf Anhieb gelang. Bereits durch das Ballonsizing (18 mm) kam es zu einem Herüberdrücken der Septierungen zwischen den Defekten und zu einer echokardiographischen Verkleinerung der weiteren Defekte. Nach Ausmessen einer Vorhofslänge von 36 mm wurde ein 18 mm Amplatzer Occluder ausgewählt. Dieser Occluder hat einen größten Durchmesser von 32 mm bei einem linksatrialen Rand von 7 mm. Unter der Vorstellung, mit diesem Rand die drei kleineren Defekt mit zu verschließen erfolgte die  Implantation. Bei der echokardiographischen Kontrolle zeigte sich der sofortige kompletter Verschluß des ASD. Alle drei kleineren Defekte im Randbereich des größten Defektes waren durch den Occluderrand komplett überdeckt. Die Funktion der Mitralklappe, die Lungenvenen und der Koronarsinus blieben durch den Occluder unbeeinträchtigt. Erst jetzt erfolgte die Freisetzung des Occluders. Die Untersuchungszeit betrug 58 Minuten und die Durchleuchtungszeit 9,7 Minuten. Eine 3 D Untersuchung am Folgetag bestätigte das gute Ergebnis.
Zusammenfassung: Auch mehrfach septierte ASDs können mit einem einzigen Occluder komplett verschlossen werden. Voraussetzung ist eine detaillierte echokardiographische Analyse der ASD Anatomie, eine genaue Kenntnis der Größenverhältnisse des Occluders, die korrekte Sondierung des ausgewählten Defektbereiches und die dezidierte Darstellung der Occluderlage vor Ablösen des Devices.

Kompletter Verschluss eines aus 4 Einzeldefekten bestehenden ASD mit einem einzigen Amplatzer Occluder
 


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