Clin Res Cardiol 99, Suppl 2, Oktober 2010

P455 - Semi-invasive Charakterisierung der interventrikulären und intra-linksventrikulären Leitungsverzögerung  bei Herzinsuffizienz-Patienten
 
K. Rotter1, B. Ismer1, M. Heinke2, I. Akin1, K. Kroll1, S. Schell-Dieckel1, U. Trautwein1, W. Voss1, C. Melzer3, F. Weber1, C. Nienaber1
 
1Zentrum Innere Medizin, Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Rostock AöR, Rostock; 2Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Jena, Jena; 3Med. Klinik u. Poliklinik m. S. Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Berlin;
 
Gegenüber dem Oberflächen-EKG ermöglicht die transösophageale linksventrikuläre Ableitung (LVE) bei Patienten mit Linksschenkelblock und verbreitertem QRS-Komplex eine direktere quantitative Charakterisierung der interventrikulären (IVCD) und intra-linksventrikulären Leitungsverzögerung (ILVCD).
Ziel: Bei Patienten mit kardialer Resynchronisationstherapie war der Zusammenhang zwischen QRS-Breite, IVCD und ILVCD zu untersuchen.
Methodik: Bei 62 mit CRT-Systemen versorgten Patienten (47m, 15w, Alter: 64 ± 13J.) erfolgte postoperativ nach peroraler Applikation einer TOslim Elektrode in Höhe der maximalen linksventrikulären Deflektion mittels Rostockfilter (Dr. Osypka GmbH) die bipolare Ableitung des LVE simultan zum Oberflächen-EKG. IVCD wurde als Intervall zwischen dem frühesten Beginn des QRS-Komplexes im EKG und dem Beginn der linksventrikulären Deflektion im LVE, ILVCD als deren Dauer gemessen.
Ergebnisse: Unter der mittlere QRS-Breite von 174±26ms demaskierte das LVE ein IVCD von 78± 23ms (44-146ms) sowie ILVCD zu 120±9ms (56-194ms). Das Verhältnis von QRS zu IVCD betrug 2,3±0,5 (1,3-3,4), das von QRS zu ILVCD
1,5±0,4 (1,0-3,2). Die Korrelationen zwischen QRS und IVCD bzw. ILVCD betrugen 0,48 (p<0.01) und 0,36 (p<0.01).
Schlussfolgerungen: 1. Das sich im verbreiterten QRS verbergende individuelle Ausmaß einer inter- und intra-linksventrikulären elektrischen Leitungsverzögerung lässt sich semi-invasiv mittels LVE als IVCD und ILVCD quantitativ charakterisieren. 2. Der Bezug zwischen QRS, IVCD und ILVCD zeigt sich darin als interindividuell sehr verschieden. 3. In der vorliegenden Studie war die Indikationsstellung zur CRT mit IVCD ab 44ms verknüpft. 4. Der prädiktive Wert von IVCD, ILVCD und QRS/IVCD bzw. QRS/ILVCD für einen Response bzw. Non-Response im Verlauf der CRT wird untersucht.
 


 

Clin Res Cardiol 99, Suppl 2, Oktober 2010
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-010-1200-0

http://www.abstractserver.de/dgk2010/ht/abstracts/P455.htm