Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011

P1348 - Prädiktoren des Bildrauschens bei der CT-Angiographie der Koronararterien
 
A. Schuhbäck1, M. Schäfer1, M. Marwan1, S. Gauss1, G. Muschiol1, T. Pflederer1, D. Ropers1, W. G. Daniel1, S. Achenbach1
 
1Med. Klinik II mit Poliklinik, Klinikum der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen;
 
Die CT-Angiographie der Koronararterien erlaubt die Detektion von Koronarstenosen mit hoher Sensitivität und Spezifität. Allerdings kann sie mit einer hohen Strahlenexposition einhergehen und daher werden Protokolle entwickelt und evaluiert, die eine Reduktion der Strahlendosis bei der CT Angiographie ermöglichen. Die Reduktion der Röhrenspanung von 120 kV zu 100 kV kann die Dosis um etwa 40% senken, geht allerdings mit erhöhtem Bildrauschen einher. Bisher ist nicht bekannt, welche Faktoren das Bildrauschen in welchem Ausmaß beeinflussen und welche Parameter daher geeignet sind, um zu entscheiden, ob die Untersuchung mit 100 kV oder 120 kV durchgeführt werden sollte.
Methode: Wir evaluierten die CT-Datensätze von 83 Patienten, die mittels kontrastverstärkter (60 ml i.v., 6 ml/s, 350 mg Jod/ml) CT-Koronarangiographie (Dual Source CT, 280 ms Rotation, 2x128x0.6 mm Kollimation, 100 kV, 320 mAs) zur Detektion von Koronararterienstenosen untersucht wurden. Das Bildrauschen wurde in der Aortenwurzel ermittelt (Standardabweichung in einer 3.5 cm² großen Region of Interest). Der Einfluss von Körpergewicht, Körpergröße, Body Mass Index, gesamter Thoraxquerschnitt, Fläche der Thoraxwand (Thoraxquerschnitt abzüglich Lunge) sowie der mittleren CT-Dichten von gesamtem Thoraxquerschnitt und Thoraxwand, jeweils auf Höhe der Aortenwurzel,  auf das Bildrauschen wurde analysiert.
Ergebnisse: Das mittlere Bildrauschen in der Aorta betrug 34.8±8.1 HU. Das Gesamtkollektiv wurde hinsichtlich des Bildrauschens in Tertile unterteilt. Zwischen der 1. Tertile (Rauschen ≤ 31.1 HU) und der 3. Tertile (Rauschen ≥ 36.3 HU) unterschieden sich Körpergewicht und BMI (nicht jedoch Größe), Fläche des Thoraxquerschnitts, Fläche der Thoraxwand und mittlere CT-Dichte der Thoraxwand signifikant (siehe Tabelle). In multivariater Regressionsanalyse war lediglich die Fläche der Thoraxwand ein unabhängiger Prädiktor für das Bildrauschen (p = 0.006). Der Vorhersagewert von Gewicht und BMI unterschied sich nicht signifikant.
Zusammenfassung: Die Fläche der Thoraxwand auf Höhe der Aortenwurzel ist der beste Prädiktor für Bildrauschen in der CT-Koronarangiographie. Sie sollte bevorzugt als Entscheidungsparameter über eine Senkung der Röhrenspannung von 120 kV zu 100 kV verwendet werden.

Parameter 

1. Tertile
(≤ 31.1 HU) 

 3. Tertile
(≥ 36.3 HU)

Signifikanz 

       
 Gewicht (kg)   71±11   80±11   p = 0.011
 Größe (cm)   172±8  173±8  n.s.
 BMI (kg/m²)  24±3   27±3  p = 0.009
 Fläche gesamter Thorax* (cm²)   712±89  786±100  p = 0.004
 Mittlere Dichte gesamter  Thoraxquerschnitt* (HU)  -273±49   -238±46  p = 0.006
 Fläche Thoraxwand* (cm²)   348±67  435±76  p < 0.0001
 Mittlere CT-Dichte Thoraxwand* (HU)  8±31 -12±25   p = 0.03
 *jeweils auf Höhe der Aortenwurzel       

 
Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-011-1100-y

http://www.abstractserver.de/dgk2011/ft/abstracts/P1348.htm