Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011

P401 - Telemonitoring externer Sensoren und Home Monitoring bei Herzinsuffizienz
 
A. Lieback1, J. Proff2, K. Wessel2, E. Fleck1, S. Goetze1
 
1Klinik für Innere Medizin - Kardiologie, Deutsches Herzzentrum Berlin, Berlin; 2Biotronik SE & Co. KG, Erlangen;
 
Ziel: Die rapide ansteigende Häufigkeit und die schlechte Prognose der Herzinsuffizienz stimulierten die Entwicklung von Telemonitoring Technologien, die die Selbstmessung von Blutdruck und Gewicht einschließen. Herzinsuffizienzpatienten mit implantierten Defibrillatorsystemen (ICDs) können zusätzlich vom Monitoring der vom ICD gemessenen Daten profitieren.Wir untersuchten die Korrelation zwischen Gewicht, Blutdruck und den vom ICD erfassten Daten wie Ruheherzfrequenz, mittlere Herzfrequenz und Patientenaktivität. Weiterhin wurde die Patientencompliance bezüglich dieser beiden Telemonitoring Systeme beurteilt.
Material und Methoden: Die Studienpopulation umfasste 32 ICD Patienten mit NYHA III, die im Verlaufszeitraum von durchschnittlich 164 Tagen 9 Hospitalisationen erlitten. Nach ICD Implantation sendete der aktivierte CardioMessenger des Patienten im Rahmen des Home Monitoring Systems täglich automatisch die Messdaten des ICD per Mobilfunknetz an eine Internetplattform. Die digital gemessenen Blutdruck und Gewichtswerte wurden ebenfalls per Netz übermittelt. Die Nachsorge nach 1,3 und 6 Monaten erfasste EKG, Blutdruck, Gewicht, ICD Abfrage sowie nach 6 Monaten die echokardiografisch bestimmte EF.
Ergebnisse: Die Analyse der Korrelation der externen Sensoren mit den Implantatmessdaten ergab, dass das Gewicht invers mit der Herzfrequenzsteigerung und Aktivität korrelierte (p<0,001). Eine Gewichtszunahme hatte eine Aktivitätsabnahme und eine verminderte Fähigkeit zur Herzfrequenzsteigerung zur Folge. Der mittlere Blutdruck und das Pulsdruckverhältnis korrelierte mit der mittleren und der Ruheherzfrequenz (p<0,05), aber nicht mit der Herzfrequenzsteigerung, der Patientenaktivität oder der Gewichtszunahme.
Zusammenfassung: Gewichtsmonitoring allein hat eine geringe Sensitivität und eine hohe Rate von falschen Alarmen bezüglich des Verlaufes der Herzinsuffizienz. Zur Verbesserung des ambulanten Managements von Herzinsuffizienzpatienten sollte in Zukunft das Telemonitoring des Gewichtes mit verschiedenen diagnostischen Parametern des Devices kombiniert werden.
 
Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-011-1100-y

http://www.abstractserver.de/dgk2011/ft/abstracts/P401.htm