Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011

P405 - Geschlechtsabhängigkeit hinsichtlich schlafbezogener Atmungsstörungen bei Patienten mit stabiler chronischer Herzinsuffizienz
 
H. Woehrle1, G. Weinreich2, A. Graml1, M. Arzt3, O. Oldenburg4, K. Wegscheider5, H. Teschler2, E. Erdmann6
 
1ResMed, Martinsried; 2Pneumologie/Schlafmedizin, Ruhrlandklinik, Essen; 3Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg; 4Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen; 5Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg, Hamburg; 6Klinik III für Innere Medizin, Herzzentrum der Universität zu Köln, Köln;
 
Vorstellung: Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) treten bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (CHI) oft auf. SBAS beeinflussen die Progression der Erkrankung. Das multizentrische, deutsche SchlaHF-Register ist das erste seiner Art weltweit und gibt Auskunft über die SBAS-Charakteristiken bei stabilen cHI-Patienten.
Methoden: Im fortlaufenden, multizentrischen SchlaHF-Register sind bisher prospektiv 5624 CHI-Patienten aus dem kardiologischen Klinikbereich und kardiologischen Praxen erfaßt. Als Einschlußkriterien gelten: New York Heart Association (NYHA) ≥II und links-ventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) ≤45%. Die schlafbezogenen Atmungsstörungen werden zumeist mit einem Zwei-Kanal-Screening (nasaler Atemfluß, Pulsoximetrie) mit ApneaLink (ResMed, Sydney, Australien) untersucht. Eine relevante schlafbezogene Atmungsstörung lag vor bei einem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) >15/h.
Ergebnisse: Die untersuchte Kohorte bestand aus 79,1% Männern. Die Prävalenz lag bei Männern bei 47,5% und bei Frauen bei 33,9%. Der AHI war bei Männern in der SBAS-Gruppe 32,3±13,6/h und bei Frauen 30,1±13,5/h (p<0,05). Der Desaturationsindex (ODI) war bei Männern in der SBAS-Gruppe 26,2±21,3/h und bei Frauen 24,1±22,4/h (p<0,05). Die minimale Sauerstoffsättigung (SaO2) war bei Männern in der SBAS-Gruppe 79,8±7,1/h und bei Frauen 83,3±6,4/h (p<0,05). In der SBAS-Gruppe waren die Frauen älter (70,2±9,7 Jahre vs. 67,5±10,5 Jahre, p<0,05), und LVEF war größer (35,0±8.1% vs. 33.2± 8.3% p<0,05). Ähnlich waren in der SBAS-Gruppe bei Männern und Frauen NYHA (2.71±0.55 vs. 2.73±0.55, n.s.) und nächtliche Dyspnoe (28.8% vs. 26.0%, n.s.). In der SBAS-Gruppe trat bei Männern in 56,0% der Fälle eine ischämische Kardiomyopathie (IKM) auf, bei Frauen in 40,7% (p<0,05). In der Nicht-SBAS-Gruppe hatten 36,6% der Männer eine IKM und 44,0% der Frauen (p<0,05). In der SBAS-Gruppe war bei Männern in 36,6% der Fälle eine dilatative Kardiomyopathie (DKM) vorzufinden, bei Frauen in 44,0% (p<0,05). In der Nicht-SBAS-Gruppe trat bei 35,8% der Männer eine DKM auf und bei 42,7% der Frauen (p<0,05). In der SBAS-Gruppe trat bei Männern in 7,4% der Fälle eine hypertensive Kardiomyopathie (HKM) auf, bei Frauen in 15,4% (p<0,05). In der Nicht-SBAS-Gruppe hatten 5,9% der Männer eine HKM und 14,8% der Frauen (p<0,05). ACE-Hemmer/AT1-Blocker nahmen 85,6% der Männer und 82,0% der Frauen (p<0,05). Beta-Blocker erhielten 85,7% der Männer und 82,4% der Frauen (p<0,05). Diuretika bekamen 76,5% der Männer und 78,0% der Frauen (n.s.). Digitalis nahmen 22,2% der Männer und 22,1% der Frauen (n.s.). Aldosteron-Antagonisten wurden bei Männern in 43,3% der Fälle verabreicht und bei Frauen in 42,1% (n.s.).
Schlußfolgerung: Das deutsche, multizentrische SchlaHF-Register beschreibt die SBAS-Charakteristiken von stabilen CHI-Patienten, die im kardiologischen Klinikbereich und in kardiologischen Praxen behandelt werden. Die SBAS-Prävalenz ist bei Männern deutlich höher als bei Frauen.
 
Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-011-1100-y

http://www.abstractserver.de/dgk2011/ft/abstracts/P405.htm