Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011

V1506 - Biomarker der Herzinsuffizienz bei Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern - Ist ADMA besser als NT-proBNP?
 
O. Tutarel1, A. Denecke1, S. M. Bode-Böger2, J. Martens-Lobenhoffer2, G. Eden3, J. Bauersachs1, J. T. Kielstein3, B. Schieffer1, M. Westhoff-Bleck1
 
1Kardiologie und Angiologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover; 2Institut für Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum Magdeburg, Magdeburg; 3Zentrum Innere Medizin, Abteilung Nephrologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover;
 
Die Rolle von klassischen Biomarkern der Herzinsuffizienz (NTproBNP, ADMA) ist bei Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH), veränderter Systemventrikelfunktion und  Herzinsuffizienzsymptomatik weitgehend unklar. Deshalb untersuchten wir bei EMAH Patienten ob eine Korrelation von NT-proBNP mit ADMA und Belastungsparametern, der Funktion des Systemventrikels und der NYHA Klasse besteht.
Methoden: Bei 97 EMAH Pat. (weiblich n=40, männlich n=57; Alter 30,2±10,4 Jahre;  n=68 Pat. linker (LV), n=13 rechter Systemventrikel (RV), n=16 univentriculär (UV))  wurden ADMA und NTpro-BNP bestimmt und mit subjektiven (NYHA-Klasse) und spiroergometrischen Parametern der Leistungsfähigkeit (peakVO2, EQO2, O2-Puls) sowie der echokardiographisch ermittelten Funktion des Systemventrikels verglichen.
Ergebnisse: 56 Pat. waren NYHA I, 21 Pat. NYHA II und 20 Pat. NYHA ≥ III. ADMA erlaubte eine Unterscheidung zwischen NYHA ≥ III und NYHA II (0,55±0,10 µmol/l vs. 0,48±0,08 µmol/l, p=0,007) sowie NYHA I (0,44±0,06 µmol/l, p<0,001). NTproBNP war in unserem Kollektiv bei NYHA≥III im Vergleich zu NYHA I (128±202 pg/ml, p<0,001), nicht aber zu NYHA II (915±1337 pg/ml vs. 432±517 pg/ml, n.s.) signifikant erhöht. Beide Biomarker, NT-proBNP und ADMA korrelierten signifikant mit der erreichten Wattzahl (r=-0,408; p<0,001/ r=-0,384; p=0,001), peakVO2 (r=-0,438; p<0,001/ r=-0,356; p=0,002) und VE/VO2 (r=0,455, p<0,001/ r=0,419; p<0,001). Echokardiographisch war der Systemventrikel bei n=52 Pat. normal, n=36 mäßig eingeschränkt und bei n=9 schwer eingeschränkt. ADMA korrelierte nicht mit der echokardiographischen Bestimmung der Systemventrikelfunktion (0,46±0,07 µmol/l vs. 0,47±0,08 µmol/l vs. 0,53±0,14 µmol/l). Mit NTproBNP lässt sich die schwer von der mäßig eingeschränkten (1541±1834 pg/ml vs. 377±459 pg/ml, p<0.001) und normalen Systemventrikelfunktion (142±177 pg/ml, p<0.001) unterscheiden. NTproBNP war bei LV im Vergleich zu RV signifikant erhöht (969±1383 pg/ml vs. 181±247 pg/ml, p=0.001), nicht aber zu EMAH mit UV (606±1026 pg/ml). ADMA ist bei EMAH mit UV im Vergleich zu LV signifikant erhöht (0,53±0,11 µmol/l vs. 0,46±0,07 µmol/l; p=0,008), nicht aber im Vergleich zu RV (0,50±0,09 µmol/l) und auch nicht im Vergleich zwischen RV und LV.
Schlussfolgerung: ADMA und NTproBNP sind bei EMAH Patienten gleichwertige Biomarker für die Herzinsuffizienzsymptomatik und maximale Leistungsfähigkeit. Erhöhte ADMA Spiegel bei univentrikulären Vitien deuten bei erhaltener körperlicher Leistungsfähigkeit auf eine erhebliche vaskuläre Dysfunktion als potentiell prognostisch relevantem negativen Parameter hin.
 
Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-011-1100-y

http://www.abstractserver.de/dgk2011/ft/abstracts/V1506.htm