Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011

V885 - Osteopontin ist ein unabhängiger prognostischer Biomarker mit inkrementalem Nutzen für die Risikostratifikation von Patienten mit pulmonaler Hypertonie
 
M. Rosenberg1, F. J. Meyer2, E. Grünig3, T. Schuster4, M. Lutz1, D. Loßnitzer5, R. Wipplinger5, H. A. Katus5, N. Frey1
 
1Klinik für Innere Medizin III, Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel; 2Klinik für Pneumologie und Gastroenterologie, Städtisches Klinikum München GmbH, Klinikum Harlaching, München; 3Thoraxklinik, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg; 4Institut für Statistik und medizinische Epidemiologie, Klinikum rechts der Isar der TU München, München; 5Innere Med. III, Kardiologie, Angiologie u. Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg;
 
Hintergrund und Hypothese: Unsere Arbeitsgruppe konnte nachweisen, dass die myokardiale Expression des extrazellulären Matrixproteins Osteopontin (OPN) in verschiedenen Tiermodellen der Herzinsuffizienz deutlich erhöht ist. Zusätzlich konnten wir zeigen, dass OPN-Plasmaspiegel bei Patienten mit chronischer Linksherzinsuffizienz nicht nur erhöht sind, sondern auch mit der Prognose korrelieren. Dementsprechend stellten wir uns nun die Frage, ob bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie und chronischer Rechtsherzinsuffizienz ähnliche Befunde zu erheben sind.
Methodik: OPN-Plasmaspiegel wurden mittels ELISA bei 101 Patienten mit pulmonaler Hypertonie unterschiedlicher Ätiologie prospektiv gemessen und mit Werten von 40 gesunden Kontrollindividuen verglichen. Zusätzlich untersuchten wir, ob OPN mit dem klinischen Schweregrad der Erkrankung, dem rechtsventrikulären Remodelling bzw- rechtsventrikulären Funktion sowie der Prognose betroffener Patienten korrelierte.
Ergebnisse: Die medianen OPN-Plasmaspiegel von Patienten mit chronischer Rechtsherzinsuffizienz waren im Vergleich zu gesunden Kontrollindividuen signifikant erhöht (776 ng/ml vs. 382 ng/ml, p<0.0001). Patienten mit moderater bis schwerer Herzinsuffizienz (WHO Fc III/IV) wiesen im Vergleich zu Patienten mit weniger ausgeprägter Symptomatik (WHO Fc I/II) ebenfalls höhere Werte auf (903 ng/ml vs. 650 ng/ml; p<0.001). Zusätzlich zeigte OPN eine positive Korrelation mit den echokardiographisch bestimmten enddiastolischen Diametern des rechten Ventrikels (r=0.46; p<0.0001). Weiterhin identifizierten wir in einer multivariaten Analyse mit demographischen, klinischen und biochemischen Parametern (NT-proBNP), OPN-Werte oberhalb des Medians als unabhängigen Prädiktor einer rechtsventrikulären Dysfunktion (HR 3.9; 95%-CI 1.2-12.9; p=0.02). Darüber hinaus analysierten wir Daten von 71 Patienten bezüglich ihrer 18-Monatsmortalität. Dabei wiesen Patienten oberhalb des Medians eine signifikant höhere Sterblichkeit von 34,3% vs. 5,6% bei Patienten unterhalb des Schwellenwertes auf (HR 5,3; 95%-CI 1.8-15.7; p=0.0017). Abschließend konnten wir in einer multivariaten Analyse mittels Cox Proportional Hazards Regression (p=0.01) sowie Integrierter Discrimination Improvement (IDI) Analyse (p=0.007) OPN als unabhängigen prognostischen Biomarker identifizieren, der außerdem von inkrementalem Nutzen in der Risikostratifikation ist. 
Schlußfolgerung: Zusammenfassend zeigen die vorgelegten Daten, dass OPN-Plasmawerte bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie nicht nur erhöht sind, sondern auch mit dem klinischen Schweregrad sowie dem rechtsventrikulären Remodelling und der RV-Dysfunktion korrelieren. Erste Daten zeigen auch eine prognostische Bedeutung dieses neuen Biomarkers, so dass OPN möglicherweise die nichtinvasive Risikostratifizierung von Patienten mit pulmonaler Hypertonie optimieren könnte.
 
Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-011-1100-y

http://www.abstractserver.de/dgk2011/ft/abstracts/V885.htm