Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011

V887 - Bedeutung des C-terminalen Pro-Endothelin-1-Precursor-Fragmentes in der Frühdiagnostik und Verlaufskontrolle der Sklerodermie-assoziierten pulmonal arteriellen Hypertonie
 
D. Dumitrescu1, S. Schnorbach1, P. Moinzadeh2, K. Kremer2, N. Hunzelmann2, S. Rosenkranz1
 
1Klinik III für Innere Medizin, Herzzentrum der Universität zu Köln, Köln; 2Klinik für Dermatologie und Venerologie, Klinikum der Universität zu Köln, Köln;
 
Hintergrund: Pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) ist eine prognosedeterminierende Begleiterkrankung bei systemischer Sklerodermie (SSc). Die Früherkennung einer PAH und Verlaufsuntersuchungen unter Therapie sind bedeutsam. Obgleich Biomarker eine wichtige Funktion in der nicht-invasiven Diagnostik der PAH besitzen, ist die diagnostische Wertigkeit derzeit empfohlener Biomarker wie BNP und NTproBNP begrenzt. Endothelin1 (ET1) wird eine wesentliche Rolle in der Pathogenese der PAH zugeschrieben. Jedoch ist die Messung von ET1-Plasmaspiegeln aufgrund niedriger Absolutwerte und kurzer Halbwertszeit schwierig. Das C-terminale Pro-Endothelin-Precursor-Fragment (CTproET1) ist stabiler und korreliert mit Plasma-Endothelinspiegeln.
Hypnose: Wir verfolgten die Hypothese, dass CTproET1-Plasmaspiegel bei SSc-Patienten ohne PAH sich signifikant von SSc-Patienten mit PAH unterscheiden, und dass dieser Unterschied auch in frühen Stadien der Erkrankung sichtbar ist.
Methoden: Aus unserer dermatologischen Klinik wurden konsekutiv 42 Patienten mit systemischer Sklerodermie rekrutiert. Bei 22 Patienten wurde eine PAH invasiv gesichert. In den verbleibenden 20 Patienten wurde eine PAH entweder invasiv ausgeschlossen (n=8), oder sämtliche nicht-invasiven Screening-Verfahren waren negativ, so dass keine Indikation zur Rechtsherzkatheteruntersuchung bestand (n=12). CTproET1-Plasmaspiegel und NTproBNP-Serumspiegel wurden für jeden Patienten gemessen, und die Korrelation von CTproET1 mit hämodynamischen und klinischen Parametern sowie mit NTproBNP-Serumspiegeln wurde analysiert.
Ergebnisse: Sowohl CTproET1-Plasmaspiegel als auch NTproBNP-Serumspiegel sind bei SSc-Patienten mit PAH im Vergleich zu SSc-Patienten ohne PAH signifikant erhöht und korrelieren mit dem pulmonal arteriellen Mitteldruck (PAPmean), dem pulmonal vaskulären Widerstand (PVR) sowie dem rechtsatrialen Mitteldruck (RAPmean), nicht jedoch mit dem Herzzeitvolumen (HZV). Die Variabilität, Standardabweichung sowie der Standardfehler sind für NTproBNP deutlich höher als für CTproET1 (Tabelle 1). Bei PAH-Patienten mit moderaten Erhöhungen des PAPmean (25-35 mmHg) besteht ein signifikanter Unterschied zu Patienten ohne PAH nur für CTproET1, nicht jedoch für NTproBNP.
Schlussfolgerungen: Die Bestimmung der CTproET1-Plasmaspiegel liefert wichtige Informationen in der Frühdiagnostik der Sklerodermie-assoziierten PAH. Möglicherweise besitzt CTproET1 eine höhere klinische Wertigkeit als etablierte Biomarker wie NTproBNP. 
Tabelle 1: Mittlere Plasmaspiegel von CTproET1 und NTproBNP bei SSc-Patienten mit und ohne PAH
 

CTproET1 (pmol/l)

NTproBNP (ng/l)

  Mittelwert Standard-
abweichung
Standard-
fehler
Mittelwert Standard-
abweichung
Standard-
fehler
NON-PAH 74.6 22.2 5.0 357.4 486.1 108.7
PAH
PAPmean 25-35 mmHg
107.2 29.7 9.9 630.4 809.3 269.8
PAH
PAPmean > 35 mmHg
150.9 44.3 12.3 2215.2 1775.7 492.5
 
 
Clin Res Cardiol 100, Suppl 1, April 2011
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-011-1100-y

http://www.abstractserver.de/dgk2011/ft/abstracts/V887.htm