Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012

P691 - Charakteristika und Behandlungsrealität der chronischen Herzinsuffizienz im EVITA-HF Register
 
G. Lindenmeier1, P. Heidemann1, W. von Scheidt1, M. Hochadel2, C. Zugck3, G. Sabin4, M. Böhm5, S. Störk6, R. Hambrecht7, T. Neumann8, U. Tebbe9, J. Brachmann10, J. Senges11, M. Pauschinger12 für die Studiengruppe EVITA-HF
 
1I. Medizinische Klinik, Klinikum Augsburg, Augsburg; 2Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen, Ludwigshafen; 3Innere Med. III, Kardiologie, Angiologie u. Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg; 4Klinik für Kardiologie und Angiologie, Elisabeth-Krankenhaus Essen GmbH, Essen; 5Innere Medizin III, Kardiologie, Angiologie, intern. Intensivmedizin, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar; 6Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg; 7Klinik für Kardiologie und Angiologie, Klinikum Links der Weser gGmbH, Bremen; 8Klinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Essen, Essen; 9Klinik für Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin, Klinikum Lippe-Detmold, Detmold; 10II. Medizinische Klinik - Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Klinikum Coburg, Coburg; 11Medizinische Klinik B - Abteilung für Kardiologie, Klinikum der Stadt Ludwigshafen GmbH, Ludwigshafen; 12Med. Klinik 8, Schwerpunkt Kardiologie, Klinikum Nürnberg Süd, Nürnberg;
 
Fragestellung: Charakteristika und Therapieleistungen, z.B. Änderung der medikamentösen Therapie, interventionelle oder Device-Therapie, von in Maximalversorgungszentren stationär oder ambulant betreuten Patienten mit chronischer systolischer Herzinsuffizienz (HI) sind wenig bekannt.
Methodik: EVITA-HF erfasst mittels elektronischem Erhebungsbogen u.a. Parameter zu Demographie, Komorbidität, Diagnostik und Therapie von Patienten (P) mit chronischer systolischer HI und EF<40%.
Ergebnisse:
Von Februar 2009 bis Mai 2011 wurden 2668 P (1940 stationär, 719 ambulant) konsekutiv eingeschlossen, mittleres Alter 69 Jahre, 24% Frauen, mittlere EF 28%, NYHA III/IV 54%, frühere Hospitalisation in 61%. Der mittlere Blutdruck lag bei 120/71 mmHg, die mittlere Herzfrequenz betrug 77/min. 66% der P hatten Sinusrhythmus, 24% Vorhofflimmern, 13% SM-Rhythmus. Bei fehlendem SM-Rhythmus lag die mittlere QRS-Breite bei 110ms, einen LSB wiesen 26% der P auf. 29% der P waren Deviceträger (19% ICD, 5% CRT-D, 5% SM). Eine ischämische Genese wiesen 53% auf, eine frühere Revaskularisation (Bypass oder PCI) 39%. Komorbiditäten umfassten Diabetes mellitus bei 37% der P, chronische Nierenfunktionsstörung 28%, anamnestische Hypertonie 77%. Die Medikation bei Aufnahme/Ambulanzvorstellung bzw. Entlassung/nach Amb.vorstellung umfasste:

 

ACEI/ARB

ß-Blocker

Aldosteron-Antagonisten

Orale Antikoagulation

Aufnahme 79% 77% 39% 29%
Entlassung 91% 92% 58% 35%
p <0.001 <0.001 <0.001 <0.001
45% aller stat. P erhielten eine spezifische, d.h. mehr als rein medikamentöse Therapie: Device-Therapie 15% (davon 62% ICD, 25% CRT-D), Revaskularisation 21% (davon 81% PCI, 19% Bypass), 8% Kardioversion/Ablation, 4% andere Interventionen (z.B. Klappen-OP/TAVI). 60% der Nicht-ICD versorgten P hatten keine Leitlinienindikation oder hohes Alter/Gebrechlichkeit.

Zusammenfassung: P mit chronischer HI und EF<40% haben eine relativ hohe Ruhefrequenz, häufig keinen Sinusrhythmus, in einem Viertel der Fälle einen LSB. Sie sind multimorbid, meist revaskularisiert und medikamentös suboptimal vorbehandelt. Eine signifikante Optimierung der leitliniengerechten Medikation wird erreicht. In knapp der Hälfte aller stationären P wird im Maximalversorgungszentrum zusätzlich eine spezifische, nicht-medikamentöse Therapie durchgeführt. 39% aller stat. P sind bei Entlassung Träger eines ICD oder CRT-D.
 

Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-012-1100-6

http://www.abstractserver.de/dgk2012/ft/abstracts/P691.htm