Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012

P698 - Effekte der Behandlung mit Ivabradin auf Herzfrequenz und kardiopulmonale Leistungsfähigkeit bei herztransplantierten Patienten
 
U. Radunski1, M. Schlüter1, S. Ohdah1, H. Reichenspurner2, S. Blankenberg1, A. Costard-Jäckle3
 
1Klinik und Poliklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie, Universitäres Herzzentrum Hamburg gGmbH, Hamburg; 2Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäres Herzzentrum Hamburg GmbH, Hamburg; 3Herzinsuffizienz, Universitäres Herzzentrum Hamburg gGmbH, Hamburg;
 
Hintergrund: Das Auftreten einer erhöhten Ruheherzfrequenz nach Herztransplantation ist primär durch die kardiale Denervierung bedingt und ein typisches Merkmal herztransplantierter Patienten. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die erhöhte Ruheherzfrequenz bei diesen Patienten zu einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit beiträgt. Wir untersuchten den Einfluss des If-Kanal-Hemmers Ivabradin auf die Herzfrequenz bei Herztransplantierten sowie die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit in der Spiroergometrie.
Methoden: Eine Kohorte von 16 herztransplantierten Patienten (Durchschnittsalter 55±18 Jahre) mit Sinusrhythmus > 90/min wurde prospektiv untersucht. Es wurde vor und im Verlauf unter der Gabe von 5mg/Tag Ivabradin eine Spiroergometrie mittels Fahrradergometer nach modifiziertem Naughton-Protokoll durchgeführt. Als wesentliche Parameter für die Beurteilung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit wurden u.a.  die maximale Sauerstoffausschöpfung (VO2max), die anaerobe Schwelle (AT), die maximale Leistung in Watt sowie das Atemäquivalent für Kohlendioxid (EqCO2) erfasst.
Ergebnisse: Nach im Mittel 62±46 Tagen Behandlung mit Ivabradin zeigte sich eine signifikante Reduktion der  Herzfrequenz sowohl in Ruhe (97 ± 11 bis 83 ± 9 / min; P = 0,0011) als auch bei maximaler Belastung (von 129 ± 18 bis 113 ± 24 / min; P = 0,0072). Wir beobachteten keinen Unterschied in der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit während der Therapie gegenüber der spiroergometrischen Erstuntersuchung mit fehlendem Nachweis einer signifikanten Änderung der Sauerstoffaufnahme bei anaerober Schwelle (10,7 ± 3,2 vs.10,9 ± 2,5 ml / min / kg, P = 0,6417), Sauerstoffaufnahme bei maximaler Belastung (14,0 ± 3,1 vs. 15,2 ± 3,5 ml / min / kg, P = 0,1477), maximaler Leistung (88,8 ± 25,4 vs. 90,6 ± 22,2 Watt) und des Äquivalents für Kohlendioxid (EqCO2; 32,7 ± 3,6 vs. 31,1 ± 3,9, P = 0,0609).
Zusammenfassung: Wir beobachteten eine signifikante Reduktion der Herzfrequenz unter der Medikation mit Ivabradin bei herztransplantierten Patienten sowohl in Ruhe als auch bei maximaler Belastung. Die wesentlichen funktionellen Parameter der Spiroergometrie zeigten sich im kurzfristigen Verlauf unverändert.
 
Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-012-1100-6

http://www.abstractserver.de/dgk2012/ft/abstracts/P698.htm