Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012

P995 - Die intramyokardiale Injektion mononuklearer Stammzellen mittels Myostar-Katheter zeigt eine deutlich signifikante Verbesserung der linksventrikulären Ejektionsfraktion bei postinfarkt Patienten
 
C.-H. Heeger1, H. Thiele2, K. Jaquet1, A. Cuneo1, Y. Zulkarnean1, J. von Wedel1, K. Krause1, K.-H. Kuck1, M. W. Bergmann1
 
1II. Medizinische Abteilung, Fachabt. Kardiologie, Asklepios Klinik St. Georg, Hanseatisches Herzzentrum Hamburg, Hamburg; 2Klinik für Innere Medizin/Kardiologie, Universität Leipzig - Herzzentrum GmbH, Leipzig;
 
Einleitung: Postinfarkt Patienten leiden häufig unter LV-Remodeling und nachfolgender Herzinsuffizienz (HI) durch ischämische Kardiomyopathie. Bisher konnte gezeigt werden, dass eine intracoronare Applikation von Stammzellen nicht ausreichend effektiv genug ist. Mittels intramyokardialer Injektion von mononuklearen Stammzellen könnte eine neuwertige Therapieoption für Patienten mit HI in Folge eines Myokardinfarktes geschaffen werden.
Methoden: Die vorliegende Studie rekrutierte 12 postinfarkt Patienten (CKmax=2513±584) mit Linksherzinsuffizienz trotz erfolgreicher Revaskularisierung. Die Einschlusskriterien waren Alter <80 Jahre, EF<45%, NYHA≥II und NT-proBNP >250pg/ml. 7 - 21 Tage nach erfolgreicher Revaskularisierung erfolgte eine Kardio-MRT-Untersuchung zur präzisen Bestimmung von EF, EDV und des Narbenvolumen. Als Kontrollgruppe kam eine Subgruppe (n=11) der LIPSI-Studie (rekrutiert am Herzzentrum Leipzig) zum Einsatz. Diese Patienten zeigten dieselben Einschlusskriterien. Die Stammzelltherapie erfolgte 3-4 Wochen post Myokardinfarkt. Hierzu wurde Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen und mittels Spectra therapeutic platform aufgearbeitet. Die intramyokardiale Injektion von Stammzellen in das Infarktgrenzgebiet erfolgte nach NOGA-XP gesteuertem elektroanatomischem LV-Mapping mit Hilfe des MYOSTAR-Injektion-Katheters. 6 Monate nach Stammzelltherapie erfolgte eine Follow-up Untersuchung mit erneuter Durchführung eines kardialen MRT. Vordefinierter primärer Endpunkt war die intra-individuelle Veränderung der EF. Sekundäre Endpunkte waren Änderungen der NYHA-Klasse, Rehospitalisierungsrate und weitere Messungen des kardialen MRT (EDV, Narbenvolumen).
Ergebnisse: Die LV-EF zeigte im intra-individuellen Vergleich nach 6 und 12 Monaten eine signifikante Verbesserung von ∆=7.9±1.5%, P=0.001 in der Behandlungsgruppe im Gegensatz zu ∆=0.6±1.9%,P=0.29 im Falle der Kontrollpatienten (P=0.008). Dieser Effekt lies sich in der Behandlungsgruppe auch nach 12 Monaten nachweisen (∆=9.6±4.2%,P=0.019). Kein Patient verstarb oder benötigte eine weitere Revaskularisierung. Es konnte kein signifikanter Unterschied betreffend EDV oder Infarktnarbengröße eruiert werden. Die NYHA Klasse der Behandlungsgruppe verbesserte sich um ∆=-0.75±0.13,P=0.0001, die Kontrollgruppe zeigte eine Verbesserung von ∆=-0.18±0.2,P=0.28. Bei geringer Fallzahl in beiden Gruppen war der Vergleich der Gruppen nicht signifikant (P=0.08). Die Rehospitalisierungsrate lag bei den Patienten der Behandlungsgruppe bei 0.08±0.1 bzw. bei 0.27±0.1, P=0,44.
Diskussion: Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die intramyokardiale Injektion mononuklearer Stammzellen eine durchführbare und sichere Methode zur Verbesserung der LV-EF bei post Myokardinfarkt Patienten mit reduzierter LV-Funktion darstellt. Da keine signifikanten Unterschiede bzgl. EDV und Infarktnarbengröße gefunden werden konnten, gehen wir davon aus, dass die Verbesserung der EF am ehesten durch eine Regeneration von vitalen kontraktionsfähigen Kardiomyozyten im Infarktrandgebiet verursacht wurde. Die Studie erlaubt nun die Planung und Fallzahlkalkulation einer multi-zentrischen, randomisierten Studie zur intramyokardialen Therapie mit autologen, mononukleären Zellen nach Infarkt.
 
Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-012-1100-6

http://www.abstractserver.de/dgk2012/ft/abstracts/P995.htm