Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012

V144 - Myokardiale Gewebeanalyse mittels Multiparametrischem Mapping bei 3 Tesla
 
F. von Knobelsdorff-Brenkenhoff1, M. Dieringer1, A. Greiser2, T. Niendorf3, J. Schulz-Menger1
 
1Experimental & Clinical Research Center(ECRC), AG Kardiale Magnetresonanztomographie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Buch, Berlin; 2Siemens Medical Solutions, Erlangen; 3Experimental and Clinical Research Center, Max Delbrück Zentrum für Molekul. Medizin, Berlin;
 
Hintergrund: Pixelweises Mapping verspricht Vorteile bei der myokardialen Gewebedifferenzierung mittels kardialer Magnetresonanztomographie (CMR): T1-Mapping für die Detektion diffuser Fibrose; T2-Mapping für die robuste Detektion von myokardialem Ödem; T2*-Mapping für die Analyse des myokardialen  Oxygenierungszustand. CMR im Hochfeld bei 3T (Tesla) verspricht mehr Signal und Kontrast, impliziert jedoch auch technische Herausforderungen, z.B. die Inhomogenität von B0. Ziel dieser Studie war die Evaluierung neuer Mapping-Verfahren bei 3T.
Methoden: Wir untersuchten 20 gesunde Probanden (10 männlich; mittleres Alter 41±15 Jahre; Body Mass Index 25±5kg/m2) in einem 3T MRT-Gerät (Magnetom Verio, Siemens Healthcare, Erlangen) mit einer 32-Kanal-Spule. Der B0-Shim wurde subjekt-spezifisch optimiert. Folgende Sequenzen wurden in je 3 kurzen Achsen angewandt: i) T1-Mapping mit modified look-locker inversion recovery (MOLLI) und Bewegungskorrektur vor und 2 bzw. 10 min nach i.v. 0,2mmol Gadovist (Bayer-Schering, Berlin) / kg Körpergewicht. ii) T2-Mapping mit T2-präparierter steady-state free-precession (SSFP) und Bewegungskorrektur. iii) T2*-Mapping mit Multi-Echo Gradienten-Sequenz. Die segmentale Quantifizierung erfolgte Map-basiert mit der Software CMR42 (Circle CVI, Calgary, Kanada).
Ergebnisse: Abbildung 1 zeigt repräsentative Maps eines Probanden. Suszeptibilitätsartefakte v.a. in der inferolateralen Region führten zum Ausschluss einzelner Segmente von der quantitativen Analyse: Bei T1-Mapping betraf dies 7,5%, 8,3%, 5,3% der Segmente in der basalen, mittventrikulären bzw. apikalen Schicht, bei T2-Mapping 0%, 5,6% bzw. 4,2% und bei T2*-Mapping 28,1%, 28,1% bzw. 35,5%. Die quantitativen Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Die Mittelwerte und die Standardabweichung der T1-, T2-, und T2*-Zeiten über alle Probanden erscheinen plausibel. Als nachteilig für zukünftige individuelle Patientenentscheidungen erscheint jedoch die große Spannbreite von Minimum zu Maximum, die apikal zusätzlich betont ist.
Schlussfolgerung: T1-, T2-, und T2*-Mapping sind bei 3T technisch möglich und erzielen plausible quantitative Ergebnisse. Suszeptibitätsartefakte v.a. inferolateral und Partialvolumeneffekte v.a. apikal sind jedoch nicht selten und erfordern eine sorgfältige Betrachtung der Rohbilder, da Limitationen der Rohbilder in der Map visuell häufig unerkannt bleiben.

 

Abbildung 1

 

Tabelle 1
 

Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-012-1100-6

http://www.abstractserver.de/dgk2012/ft/abstracts/V144.htm