Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012

V165 - Länge des membranösen Anteils des interventrikulären Septums Prädiktor für höhergradige AV-Blockierungen und Schrittmacherpflichtigkeit nach transfemoralem Aortenklappenersatz?
 
G. von Bodman1, M. Füller1, T. Rampp1, C. Kopf1, J. Brömsen1, C. Vicol2, R. Sodian2, C. Hagl2, E. Kilger3, M. Block1
 
1Innere Medizin - Kardiologie, Klinik Augustinum München, München; 2Herzchirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, München; 3Klinik für Anästhesiologie, Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, München;
 
Die Durchführung eines transfemoralen Aortenklappenersatzes (TAVI = transarterial aortic valve implantation) geht mit dem Risiko postinterventioneller AV-Überleitungsblockierungen und einer dadurch bedingten Schrittmacherpflichtigkeit (SM) einher.
Der linke Tawara-Schenkel tritt am apikalen Ende des membranösen Anteils des interventrikulären Septums (MS) durch dieses hindurch. Im Bereich des muskulären Septums verläuft der linke Tawara-Schenkel dann unmittelbar subendokardial. Gerade dort übt der  apikale Anteil einer seltsexpandierenden Prothese Druck aus. Der Einfluß der Länge des MS soll in vorliegender Arbeit überprüft werden.
Methodik: Im Zeitraum von Mai 2009 bis November 2011 konnten insgesamt 96 Patienten (Pat.) mit einer selbstexpandierenden Aortenklappenprothese transfemoral versorgt werden. Bei allen Pat. war zuvor eine kardiale CT-Angiographie durchgeführt und die Länge des MS gemessen worden. 9 Pat. (9 %) wurden ausgeschlossen, da bereits in der Vorgeschichte ein Schrittmacher implantiert worden war. Bei 3 Pat. (3 %) konnte artefaktbedingt keine valide Messung der Länge des MS erfolgen. Eingeschlossen wurden 84 Pat. (88 %; davon 34 x 26 mm- (41 %), 48 x 29 mm- (57%) und 2 x 31 mm-Prothese (2%)).
Ergebnisse: 14 Pat. (17 %) boten bereits prae TAVI einen kompletten Linksschenkelblock (LSB), 8 Pat. (10%) einen kompletten Rechtsschenkelblock (RSB). 32 Pat. (46 % der Pat. ohne LSB prä TAVI) boten post TAVI einen neu aufgetretenen kompletten LSB, 28 Pat. (33 % aller Pat.) boten intraprozedural kurzzeitig einen AV-Block III° und 25 Pat. (30 %) boten post TAVI einen AV-Block >/= II°. Bei 30 Pat. (36 %) wurde post TAVI die Indikation zur SM-Implantation gestellt. MS wurde im Gesamtkollektiv mit 4,5 mm ± 1,7 mm (0,3 bis 8,7 mm) bestimmt. MS unterschied sich nicht signifikant zwischen Pat. mit und ohne neu aufgetretenem kompletten LSB (4,5 mm ± 1,7 mm; 0,3 bis 8,4 mm vs. 4,7 mm ± 1,7 mm; 2,4 bis 7,7 mm; p = 0,56), mit und ohne AV-Block >/= II° post TAVI (4,3 mm ± 1,7 mm; 1,8 bis 8,7 mm vs. 4,6 mm ± 1,7 mm; 0,3 bis 8,4 mm; p = 0,512) und nicht zwischen Pat. mit und ohne post TAVI gestellter SM-Indikation (4,6 mm ± 1,7 mm; 2,4 bis 8,7 mm vs. 4,5 mm ± 1,7 mm; 0,3 bis 8,4 mm; p = 0,875). Lediglich beim Vergleich der Pat. mit und ohne kurzzeitigem intraprozeduralen AV III° zeigte sich eine Tendenz zu mehr höhergradigen AV-Blockierungen bei Pat. mit einem kürzeren MS (4,0 mm ± 1,2 mm; 2,4 bis 6,6 mm vs. 4,8 mm ± 1,8 mm; 0,3 bis 8,7 mm; p = 0,062)
Schlussfolgerung: In unserem Kollektiv unterschied sich die Länge des membranösen Anteils des interventrikulären Septums nicht signifikant zwischen Pat. mit und ohne höhergradigen AV-Überleitungsstörungen oder Schrittmacherpflichtigkeit post TAVI.
 
Clin Res Cardiol 101, Suppl 1, April 2012
Zitierung mit Vortrags- oder Posternummer s.o.
DOI 10.1007/s00392-012-1100-6

http://www.abstractserver.de/dgk2012/ft/abstracts/V165.htm