P1797 - Oszillatorische Ganzkörper-Vibration verbessert die Belastungstoleranz und Lebensqualität bei Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie: GALILEO-PAH-PILOT
 
F. Gerhardt1, C. Gärtner2, R. Beccard3, T. Kramer1, T. Viethen1, D. Dumitrescu1, S. Baldus1, E. Schönau3, S. Rosenkranz1
 
1Klinik III für Innere Medizin, Herzzentrum der Universität zu Köln, Köln; 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universität zu Köln, Köln; 3Klinik und Poliklinik für Allgemeine Kinderheilkunde, Universität zu Köln, Köln;
 
Hintergrund: Bei Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie (PAH) können zusätzlich zur gezielten medikamentösen Therapie supportive Maßnahmen sinnvoll sein. In dieser Pilotstudie evaluierten wir den Effekt und die Sicherheit der oszillatorischen Ganzkörper-Vibration („whole body vibration“- WBV) bei Patienten mit stabiler PAH.
Patienten und Methoden: 22 Patienten mit PAH (PAP ≥25 mmHg und PAWP ≤15 mmHg, Nizza Gruppe 1) in der WHO funktionellen Klasse II oder III, die ≥ 3 Monate stabil mit einer gezielten PAH-Therapie behandelt waren, wurden randomisiert in eine WBV- oder eine Kontrollgruppe (je n=11). WBV wurde mittels der Galileo-MedM Platte (Novotec Medical GmbH) über 4 Wochen anhand von 16 Einheiten durchgeführt. Zur Ermittlung des Effekts wurden zu Beginn und am Ende der WBV-Phase die 6-Minuten-Gehstrecke (6MWD, primärer Endpunkt), echokardiographische und spiroergometrische (CPET) Parameter, NTproBNP-Serumspiegel, funktions-analytische Parameter („Chair-rising“- und „Two-leg Jump“ Test) sowie die Lebensqualität (SF-36) ermittelt. Alle Patienten der Kontrollgruppe erhielten im Anschluss an die randomisierte Phase ebenfalls WBV.
Ergebnisse: Verglichen mit der Kontrollgruppe, zeigten Patienten mit WBV eine signifikante Verbesserung der 6-Minuten-Gehstrecke um 39.7±7.8 m (p<0.05; WBV +35.4±10.9 m, Kontrollgruppe -4.4±7.6 m). Zudem zeigten sich Verbesserungen der CPET-Parameter, funktionsanalytischer Parameter und der Lebensqualität. In der kombinierten Analyse aller Patienten (n=22) zeigten sich am Ende der WBV-Phase im Vergleich zu den Ausgangswerten signifikante Verbesserungen der 6-Minuten-Gehstrecke (+38,6±6,6 m) und der Lebensqualität (SF-36 Score +9.6 Punkte, beide p<0.05). Zudem verbesserte sich die maximale Sauerstoffaufnahme (peakVO2) von 940±54.1 auf 1006.1±61.1 ml/min, und die anaerobe Schwelle (VO2/min) von 721.1±37.8 auf 762±35.4 ml (beide p<0.05), während andere CPET-Parameter (Nadir VE/VCO2, peak PETCO2), echokardiographische Variablen und NTproBNP-Spiegel keine Änderungen zeigten. WBV wurde von allen Patienten gut toleriert und es traten keine Prozedur-assoziierten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf.
Schlussfolgerung: WBV verbesserte bei Patienten mit PAH auf stabiler spezifischer Therapie signifikant die Belastungstoleranz und die Lebensqualität. Diese Methode könnte in strukturierte Trainingsprogramme einfließen und bietet die Möglichkeit für heimbasiertes Langzeit-Training. [ClinicalTrials.gov Identifier: NCT01763112].

 
Clin Res Cardiol 105, Suppl 1, March 2016
Zitierung eines Abstracts mit DOI, Vortrags- oder Posternummer, Titel, Autoren, etc. s.o.
DOI 10.1007/s00392-016-0967-z

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